TOC - Loss Angeles - Cover
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TOC Loss Angeles


  • Label: Inside Out/SPV
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Von der Schulbank in den Rock-Zirkus – oder wie sich ein Rudel 15- und 16-jähriger Finnen zu einer der vielseitigsten Heavy Rockbands dieser Tage entwickelt hat. So lautet die Kurzbiografie der Mitte der 90er-Jahre gegründeten Band TOC (vormals Throne Of Chaos) um Tuomas Nieminen (Vocals), Rasmus Nora (Bass), Taneli Kiljunen (Gitarre), Joiku Harmaja (Gitarre), Carl Sjöblom (Keyboards) und Snake Laitinen (Drums). Begannen TOC auf ihrem Debüt „Menace And Prayer“ (2000) noch als Keyboard-lastige Black-Metal-Band, veränderte sich ihr Sound auf dem Zweitwerk „Pervertigo“ (2002) zu einem Allround-Metal-Ereignis, das sämtliche Stilarten gekonnt vermischte. Auf der dritten TOC-CD „Loss Angeles“ wird diese Kunst nun weiter verfeinert.

Das Album wurde erneut in den Fredman Studios in Göteborg aufgezeichnet und wird inhaltlich von einer „Love and Crime“-Story zusammengehalten, die in der fiktiven Stadt Gothamburg (eine Mischung aus Göteborg, Hamburg und Gotham City) spielt und den Tod einer gewissen Mary Lou verarbeitet. Doch Gitarrist Taneli Kiljunen betont ausdrücklich, dass es sich um kein Konzeptalbum handelt, sondern um eine Aneinanderreihung skurriler Phantasien, die beim Herumprobieren im Studio entstanden. Mit dieser düsteren, von Tim Burton und David Lynch Charakteren inspirierten Geschichte, spielte die Band elf Songs ein, die klanglich zwischen Trash Metal („Break-A-Neck“), Power Metal („Acid highway“), Progressive Rock („Bite the bullet“), Melodic Metal („Night crawler“) und Fusion-Jazz („The window“) umherschwirren. Langweilig wird es dem Hörer mit „Loss Angeles“ also zu keiner Zeit. So beherbergen einzelne Tracks gleich mehrere Stilarten, wie etwa das melodische „The window“, das neben progressiven Parts auch kleine Jazz-Spielereien und Power-Metal-Elemente miteinander verbindet. „Break-A-Neck“ ist ein echter Nackenbrecher mit grunzenden Death-Metal-Vocals und trashigen Gitarrenriffs, „Mary Lou is dead“, der beste Song des Albums, ist eine hymnische Power-Ballade und das Deep Purple Cover „Smoke on the water“ kommt gar als aggressive Speed-Trash-Version daher.

Technisch haben die Jungs alles drauf. Was fehlt unseren Finnen also noch zum großen Durchbruch? In der heutigen Zeit geht nichts über ein prägnantes Image. In diesem Bereich sehen TOC noch ein wenig blass aus. Lässt man aber die Musik für sich sprechen, steht TOC eine große Zukunft bevor. Rock- und Metal-Fans, die auf Vielfalt stehen, sollten „Loss Angeles“ unbedingt mal antesten. Es lohnt sich!

Anspieltipps:

  • Wait
  • The window
  • Bite the bullet
  • Break-A-Neck
  • Mary Lou is dead
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