Stella - Better Days Sounds Great - Cover
Große Ansicht

Stella Better Days Sounds Great


  • Label: L´age D´or/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 53 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Hamburger Gruppe Stella ist eine dieser typischen Spalter-Bands, die man nicht so einfach in eine Schublade stecken kann, weil sie sich nicht auf einen Stil festlegen lässt. Bei Stella kommt Rockmusik genauso zur Geltung wie Pop, Wave oder Elektronik, wodurch der Sound nur ganz schwer greifbar ist. Dass konservative, in Schubladen denkende Musikfreunde ihre liebe Mühe mit den Hamburgern haben, steht deshalb außer Frage. Polarisation als Markenzeichen - keine schlechte Idee, wenn auch nicht neu.

Die 1995 als Trio gestartete und seit 1998 als Quartett aufspielende Gruppe veröffentlichte vor sechs Jahren ihr Debütalbum „Extralife” (1998), dem zwei Jahre später „Finger On The Trigger For Years To Come“ folgte. Nach vier Jahren Wartezeit, in denen in Deutschland so manche Band mit ähnlichen Stilmitteln aus dem Boden schoss, präsentieren Elena Lange (Vocals, Gitarre,Texte), Thies Mynther (Keyboards, Texte), Mense Reents (Drums, Vocals) und Hendrik Weber (Bass) nun ihren dritten Longplayer „Better Days Sounds Great“.

Nach einem nervösen Einstieg mit dem flirrenden „Never going back to school“, das Anleihen von Blurs „Girls and boys“ besitzt, arbeiten sich Stella durch so unterschiedliche Stücke wie „Woman with a beard“ und „Capitol letters”, die mit Disco-Beats und Strokes(!)-Bass daherkommen, während „Underwater state“ wie ein mittelprächtiger PJ-Harvey-Abklatsch, nur ohne Stromgitarre, klingt. In einem wilden Wechsel der Stile wird mal eine originalgetreue Fleetwood-Mac-Coverversion aufgeboten („Dreams“) und dann wieder pluckernde Synthie-Beats auf R&B-Basis („Goodbye popkids“) mit ziemlich starken Rock-Tracks wie „Take me back to Tokyo, „The first and the last day of love“ und „The shape of sound itself” gemischt, die als Sonic-Youth-Epigonen gewaltig retro-rocken und durch leichten Elektronikeinsatz doch modern klingen. Auf der Balladen-Seite wird dagegen kaum etwas geboten. Mit „Tonight” wird lediglich ein hypnotischer Atmo-Popsong angerührt, der dann aber auch gleich zum Besten zählt, was die vorliegende CD herzugeben hat.

Unterm Strich beinhaltet das Album ein paar große Momente („Forever“, „Take me back to Tokyo“!), als auch eine beachtliche Masse nervenaufreibender Songs, die hart an der Grenze des Erträglichen agieren („Goodbye popkids“, „I could be your english teacher“, „Work for love“). Doch sehen wir es positiv: Dadurch wird dem Hörer nie langweilig. Und schließlich kann man im Zeitalter des CD-Players schnell Abhilfe gegen langweilige Fiffi-Stücke wie im Falle des Titeltracks schaffen, wodurch auch ein durchwachsenes Album wie „Better Days Sounds Great“ zu einem netten Zeitvertreib avanciert.

Anspieltipps:

  • Eleven
  • Tonight
  • Take me back to Tokyo
  • The shape of sound itself
  • The first and the last day of love
Neue Kritiken im Genre „Electro-Pop“
Diskutiere über „Stella“
comments powered by Disqus