Karmakanic - Wheel Of Life - Cover
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Wheel Of Life


  • Label: Soulfood/SONY
  • Laufzeit: 67 Minuten
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8/10 Unsere Wertung
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Prog-Rock, du zähes altes Luder, bist du denn gar nicht tot zu kriegen? Des einen Freud, des anderen Leid, mäanderst du seit Jahrzehnten durch die Geschichtsbücher der Rockmusik. Mal nennst du dich Genesis oder Pink Floyd, dann Dream Theater oder The Flower Kings, aber immer spaltest du deine Hörer in dir bedingungslos folgende Jünger und mit Schrecken abgewandte Ungläubige. Ein besonders hochwertiger Vertreter der progressiven Rockmusik ist die schwedische Gruppe Karmakanic – ein Sideprojekt der ebenfalls progressiven The Flower Kings – gegründet von Flower-Kings-Bassist Jonas Reingold.

Karmakanic legten vor zwei Jahren ihr Debütalbum „Entering The Spectra“ vor, das von Fans und Kritikern ausnahmslos abgefeiert wurde. Dabei bedienen die vier Schweden Göran Edman (Vocals), Jonas Reingold (Bass), Krister Jonsson (Gitarre) und Zoltan Czörsz (Drums) noch nicht mal das klassische Prog-Publikum, das eher harten Klängen zugeneigt ist. Ihre Stücke bewegen sich nämlich vorwiegend in ruhigen Gewässern. Der Anteil wilder Frickelorgien fällt dabei ziemlich überschaubar aus. Karmakanic verarbeiten symphonische Einflüsse genau wie Jazz-Rock und eine klitzekleine Priese Metal. Daraus resultiert auch auf dem zweiten Album „Wheel Of Life“ eine grandiose Mischung aus Spock’s Beard meets Frank Zappa. Verpackt in gerade mal acht Songs, bei über einer Stunde Spielzeit, erwartet den Hörer eine Reise durch die Rockgeschichte. Monumentale Gesangsparts (Queen!), spacige Keyboardflächen (Marillion!), voll-fette Bassläufe (Dream Theater!) und bis ins Detail ausgeklügelte Gitarrensalven (Transatlantic!), wobei eines immer im Vordergrund steht: Der Wille zur Melodie – und sind die Songstrukturen noch so kompliziert.

„Wheel Of Life“ ist ein herausragendes Album, bei dem allein das zentrale Stück „Where earth meets the sky” den Kauf rechtfertigt. Ohne einen einzigen Ausfall präsentieren Karmakanic ein Maximum an progressiver Rock-Kunst, die Vergleiche mit den großen Namen des Genres absolut nicht zu scheuen braucht. Es würde deshalb wenig Sinn machen, jeden Song bis in seine Einzelteile zu sezieren. Atmosphärische Akustik-Perlen wie „Hindby“, das an den frühen Joe Satriani erinnert, stehen gleichberechtigt neben großen Rock-Monolithen vom Schlage „Masterplan pt: 1 & 2“, sodass hier wirklich jeder auf seine Kosten kommt, der einen Sinn für anspruchsvolle Rockmusik hat.

Anspieltipps:

  • Hindby
  • Masterplan pt: 1
  • Masterplan pt: 2
  • Where earth meets the sky
Dieser Artikel ging am um 16:57 Uhr online.
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