Eagles Of Death Metal - Peace Love Death Metal - Cover
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Eagles Of Death Metal Peace Love Death Metal


  • Label: Southern Records/SONY
  • Laufzeit: 52 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Sicher, lustig soll es sein. Vielleicht gar eine Persiflage auf Garagen-Rock.

Wenn, ja wenn da nicht der berühmte Musikant wäre, der dieser Kapelle mit dem merkwürdigen Namen Eagles Of Death Metal allein durch seinen Namen und der Federführung bei einer der großartigsten Rockbands unserer Zeit eine nie da gewesene Aufmerksamkeit bescheren würde, ja, dann würde ein Werk wie „Peace Love Death Metal“ überhaupt nicht besprochen werden. Tja, that’s Business. Und der gesuchte Promoter der TodesMetallAdler ist kein Geringerer als Josh Homme von den Queens Of The Stone Age.

Doch Obacht, verehrte Freunde des Wüsten-Rock! Mr. Homme hält sich bei den Eagles Of Death Metal mehr oder weniger diskret im Hintergrund. Er singt ein bisschen und trommelt vornehmlich auf einem rustikalen Drumkit aus dem Fundus einer Rentnerband aus Palm Desert, Kalifornien herum. Anführer des Teufelsbrut ist vielmehr ein gewisser Jesse „Devil“ Hughes - ein Jugendfreund von Uns-Josh - dem man schon rein optisch für nicht ganz voll nehmen kann. Zusammen mit Josh Homme und Tim Vanhammel (Bass) entstand beim Kiffen die Idee einer Pseudo-Death-Metal-Band, die jahrelang nur in den Köpfen der Drei und auf selbst gedruckten T-Shirts existierte.

Trotzdem würde sich noch immer kein Schwein für das durchaus liebevolle Trash-Gespann interessieren, wenn Herr Homme nicht spätestens seit „Songs For The Death“ zum Messias des Rock ’n Roll ernannt worden wäre. Und während alle Welt noch über den Rausschmiss von Nick Olivieri bei den Queens Of The Stone Age diskutiert, kostet Josh Homme den Spaß, Mitglied einer Gute-Laune-LoFi-Trash-Band zu sein, voll aus. Ernst nehmen darf man die 17 Songs auf der vorliegenden CD deshalb zu keiner Zeit, was zugegebenermaßen etwas schwer fällt. Bewerten müssen sollte man so eine CD aber auch nicht. Denn wo ist die Grenze zwischen Spaß und rausgeworfenem Geld, bei einem Album, das sich und seine Hörer nicht ernst nimmt?

Sicher, lustig soll es sein. Vielleicht gar eine Persiflage auf Garagen-Rock. Und tatsächlich sind die meisten der dargebotenen Stücke alles andere als schlecht, hat man sich erstmal an den knarzigen Sound gewöhnt. Aber fragen wird man schon noch dürfen, ob die drei Mit-Dreißiger noch alle Latten am Zaun haben. Das Album einfach „mal gut finden“, weil man in Wirklichkeit nichts damit anfangen kann, kommt jedenfalls nicht in die Tüte. Bei näherer Betrachtungsweise und nach mehrmaligem Hörgenuss (Kopfhörer!) schimmern aus dem ganzen Wahnsinn nämlich bündelweise starke Songs („I only want you“, „Speaking in tongues“), total abgedrehte Schepper-Orgien („Bad dream mama“, „Stack O’ money”, „Kiss the devil“) und ultra-coole, weil herrlich schräge Stomper („Flames go higher“, „English girl”, „Miss Alissa“) heraus, die wie eine wilde Mischung aus den White Stripes, The Rolling Stones, Beach Boys und der Jon Spencer Blues Explosion klingen. Da fehlen selbst so extravagante Stilblüten wie ein Picking-Blues („Midnight Creeper“) oder todernste Hau-Drauf-Coverversionen wie „Stuck in the middle with you“ nicht.

Nach dem ersten Hörgenuss ist dieses Album kaum zu fassen und steht kurz vorm gnadenlosen Wegsortieren in die Untiefen der Plattensammlung. Gibt man den Adlern des Todesmetall aber mindestens eine zweite Chance, erschließt sich dem Hörer der Kosmos des kalifornischen LoFi-Kiffer-Rock der Herren Homme, Vanhammel und Hughes. Damit fällt dann auch die Anspannung ab und der Humor kehr zurück. Ja, die Eagles Of Death Metal sind wirklich spaßige Burschen und ihr, mit einer diebischen Freude herunter geschrammelter Garagen-Rock zaubert am Ende ein Grinsen in das Gesicht des Rezensenten.

Anspieltipps:

  • Miss Alissa
  • I only want you
  • San Berdoo sunburn
  • Stuck in the middle with you
  • Whorehoppin (Shit, goddamn)
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