Adam West - Hi-Balls Are Rolling! - Cover
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Adam West Hi-Balls Are Rolling!


  • Label: People Like You/SPV
  • Laufzeit: 56 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Es soll ja die verrücktesten Motive für den Erwerb einer CD (vormals Schallplatte genannt) geben. So wird kolportiert, dass man in Heavy-Metal-Kreisen schon mal ganz spontan wegen eines besonders ausgefallenen Covers oder dem magischen Hinweis „produced by ...“ zugreift. Bei den Jazzern wird verstärkt auf die beteiligten Studiomusiker wert gelegt, weshalb Jazz-Plattenkäufer grundsätzlich angetroffen werden, wie sie die Booklets ihrer Zielobjekte studieren. Und auch bei den Rockfans alter Schule gibt es eine nette Verschrobenheit zu berichten. Denn nicht selten wird ein Album einfach mal eingepackt, weil es auf einem ganz speziellen Label erschienen ist (Epitaph!, Sub Pop!).

Im Falle des Dortmunder Rock-Labels „I Used To Fuck People Like You In Prison”-Records (u.a. die Heimat von Abdullah, The Atomic Bitchwax, The Bones, Gallery Of Mites, Nebula) ist die Sachenlage ebenso eindeutig. Als Spezialisten für handgemachten Hard ’n Heavy Rock, zwischen Doom, Punk, Metal und Wüsten-Rock, kann der geneigte Käufer bei (fast) jeder Veröffentlichung blind zugreifen. So auch im Fall der neuen Compilation „Hi-Balls Are Rolling! 1999 – 2001“ der Washingtoner Rock ’n Roll Urgesteine Adam West.

Die Band um Sänger Jake Starr (Ben Brower , Dan-o Deckelman und Steve , Nachname unbekannt) wurde in den frühen 90er-Jahren gegründet. Musikalisch Vorbilder finden sich im Garagen-Punk der 60s und 70s, aber insbesondere in Bands wie den Misfits, The Stooges, Black Sabbath, MC5, Kiss und AC/DC. Und genau so klingen die Burschen auch. Wie eine fette Harley Davidson bollert das Quartett durch das Unterholz der Rock-History, als wäre sie eine der zahllosen skandinavischen Rockbands (Turbonegro, Gluecifer, Hellacopters, etc.), die diesen Sound scheinbar für sich gepachtet haben. Doch auch in Washington DC lässt es sich richtig laut abrocken!

„Hi-Balls Are Rolling!” ist bereits der zweite Sampler, nachdem vor zwei Jahren „Ready Steady Adam West! 1993 - 1999“ veröffentlicht wurde. Was macht das in Anbetracht von lediglich fünf Studioalben für einen Sinn? Eine gute Frage, die sich äußerst schlüssig beantworten lässt: Adam West, die sich nach dem Schauspieler benannt haben, der in der 60er-Jahre TV-Serie den „Batman“ verkörperte, haben seit 1993 („I got a sensation“) ca. 25 Singles, eine EP und weit über 20 Sampler-Beiträge veröffentlicht, die nicht auf den regulären Alben zu finden sind. Und damit die Fans beim Sammeln der zahlreichen Adam-West-Songs keinen Herzkasper bekommen, werden diese nun zum zweiten Mal auf einer CD zusammengefasst. Ist doch nett, oder?

Ohne Rücksicht auf Verluste gibt es auf der vorliegenden CD 20 Klassiker und Raritäten von Adam West zu begutachten, die an anderer Stelle gerne als breitbeiniger Poser-Rock abgetan werden. Doch diese Band hat Stil und zieht ihr Ding gnadenlos durch. Also vergesst die Möchtegernrichter des Rock ’n Roll! Vom ersten Ton an (dem 1:20 Minuten Punk-Tornado „Hi-Ball“) wird jedweder Diskussionsansatz im Keim erstickt und dem Punk ’n Roll gefrönt, bis der Arzt kommt. Da wird mal ein herausragendes AC/DC-Cover eingestreut („Sin city“), fußstampfender Biker-Rock durch die Boxen geprügelt („Cold sweat“, „Supernaut“, „Burned my eye“), bluesgetränkter High-Speed-Rock hingerotzt („Asteroid B-612“, „Neat, neat, neat“, „Yr days are numbered, motherfucker“) oder klassischer Rock ’n Roll („Sizzleen“) dargeboten, bis die Boxen in Rauch aufgehen.

Adam West zeigen mit dieser berauschenden Compilation, wer der Herr im Haus ist. Die Songs zünden sofort und lockern auch dem steifsten Rocker das Tanzbein. Zumindest lässt es sich bei diesem erdigen Rock nur sehr schwer still sitzen. Ob deshalb gleich die Tanzfläche im nächstgelegenen Rock-Club stürmen muss, bleibt jedem selbst überlassen. Aber eines sollte jeder DJ wissen: Adam West bieten Kick-Ass-Rock-’n-Roll at it’s best!!

Anspieltipps:

  • Cruiser
  • Sin city
  • Sizzleen
  • Iron chain
  • Supernaut
  • Cold sweat
  • Yr days are numbered, motherfucker
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