Bill Wyman´s Rhythm Kings - Just For A Thrill - Cover
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Bill Wyman´s Rhythm Kings Just For A Thrill


  • Label: Roadrunner/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 57 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Er kann es nicht lassen. 40 Jahre Show-Biz und kein bisschen müde. Die Sucht nach guter handgemachter Musik, wirkt bei Bill Wyman stärker als so manch anderes Mittel zur Verhütung. Drum lässt es Billy Boy auch im Jahre 2004 wieder ordentlich knallen. Der Name ist Programm. Als Rolling Stones Bassist, der ruhende Pol im Hintergrund, verdiente sich Bill Wyman die Sporen fürs spätere Leben. Als Mitglied der dienstältesten Rockband der Welt, prägte er den „Loose Sound“ und hatte maßgeblichen Anteil am musikalischen Stil der Band. Zwar stand er in all den Jahren meist im Schatten Mick Jaggers, Keith Richards oder Ron Woods, was ihm, durch die Brille betrachtet, allerdings weniger geschadet hat, als denen, die mehr oder weniger im Vordergrund agierten. Dennoch wurde es Zeit, endlich mal ins Licht zu treten.

Erste Gehversuche startete Bill Wyman mit eigenen Kompositionen in den siebziger und achtziger Jahren. Mit seiner Formation Willie And The Poorboys konnte Bill seinen musikalischen Ergüssen nun endlich freien Lauf lassen. Allerdings beschränkte sich der Erfolg lediglich auf den 1981er Hit „Je Suis Un Rock Star“. Übrigens: Stille Wasser sind tief! Wie gut unterrichtete Kreise berichten, war Bill der schlimmst Finger von allen. Weibliche Fans waren vor ihm meist nicht sicher. Auf die Bäume ihr Affen...... Nach der „Urban Jungle“-Tour 1990 endete die Rolling Stones Ära für Wyman. Er gab unter Protest vieler Fans und der Presse der Band den Laufpass und zog sich auf sein Altenteil zurück. Zumindest dachten dies viele. Dem ersten Anschein nach, schienen die Kritiker Recht zu behalten. Für Bill Wyman standen anfangs nämlich ganz andere Produktionen auf dem Programm. Innerhalb von vier Jahren erblickten drei Kinder das Licht der Welt, er eröffnete drei Restaurants mit dem Namen „Sticky Fingers“ in London, Cambridge und Manchester und schrieb eine Autobiographie „Stone Alone“. Nach erfolgreich vollbrachten Werken, gewann 1997 jedoch die Sucht nach „handmade Music“ wieder Oberhand. Die Geburt der Bill Wyman´s Rhythm Kings stand bevor. Illustre Gäste trafen sich im Studio, u.a. Eric Clapton, Peter Frampton, Chris Rea, Jeff Beck, Georgie Fame und viele andere, und zelebrierten den Sound vergangener Jahre. Back to the Roots war Programm – ein Mix aus Jazz, Blues, Swing und Soul. Es entstanden erstklassige Interpretationen, beginnend mit Songs aus den 20er Jahren und vielen bekannten Stücken und unbekanntem Material aus sechzig Jahrzehnten bis zu den 70ern. Jammen mit guten, alten Freunden brachte wieder Erfolg. 1997 erschien mit „Struttin´ Out Stuff“ das erste Werk der Rhythm Kings - bodenständig, frisch, grobkörnig erdig und mit den nötigen Roots versehen. Ohne Hektik und mit einer Menge Gelassenheit, ließ es Bill Wyman auch in den darauffolgenden Jahren weiter ruhig angehen. 1998 entstand „Anyway The Wind Blows“ und 2000 “Groovin´”. Man verkroch sich meist im Studio. Lediglich für ein paar wenige Promotionkonzerte ließ sich Bill vor die Türe locken. 2001 veröffentlichten Bill Wyman´s Rhythm Kings dann “Double Bill”. Platzierungen in den britischen Charts waren schließlich maßgebend für erste Tourplanungen. Nun konnten sich Fans weltweit auch optisch ein Bild von den Rhythm Kings machen. Mit hochkarätiger Besetzung zurück auf den Brettern, die die Welt bedeuten.

2004 ist Bill Wyman nun zum fünften Mal auf Abwegen. Mit „Just For A Thrill“ verbinden sich erneut Sounds vergangener Tage zu einem erstklassigen Werk. Der Ray Charles Klassiker stand Pate. Ebenfalls im Gepäck: Andenken an unvergessene Musiker wie Georg Harrison („Taxman“), Muddy Waters „Memphis Woman“, Johnny Guitar Watson („Booty Ooty“) und Sam & Dave („You Don´t Know“). Spektakulär, unspektakulär – manchmal altmodisch, modern – kurz und knapp: eben handgemacht. Eine interessante Mischung aus alten und neuen Songs, woran die Rhythm Kings ihre helle Freude haben. Zu den „Dirty Boys“, wie Bill seine Combobesetzung liebevoll nennt, zählen erneut hochkarätige Musiker, wie Albert Lee, Mark Knopfler, Graham Broad, Nick Payne, Georgie Fame, Terry Taylor, Axel Zwingenberger und einige mehr. Erfahrung birgt für Qualität. Da kann doch nichts mehr schief laufen. Die „älteste Boyband“ wieder auf der Überholspur. Ein tolles Blues-Album – reinlegen, anmachen, zurücklehnen und genießen.

Anspieltipps:

  • Roll ´em Pete
  • Cadillac woman
  • Taxman
  • Just for a thrill
  • You don´t know
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