Fuel - Natural Selection - Cover
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Fuel Natural Selection


  • Label: Epic/SONY
  • Laufzeit: 51 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

„Natural Selection“ hat sicher mehr Potenzial als viele andere Nu-Rock-Alben, die sich in den Charts tummeln.

Es geschieht nicht gerade selten, dass gute Musikgemeinschaften auf fernen Kontinenten Erfolge feiern, während sie in Good Old Europe fast unerkannt bleiben. So ergeht es auch Fuel. Als Vorband für Mega-Acts wie Silverchair durften Brett Scallions (Vocals), Carl Bell (Gitarre), Jeff Abercrombie (Bass) und Kevin Miller (Drums) auf europäischen Bühnen ihre Musik zum Besten geben und waren dabei richtig gut. Obwohl die Jungs klasse Songs wie die Nummer 1 Single „Hemorrhage (In my hands)“, „Jesus or a gun“ oder „Sunburn“ zu bieten hatten, zogen sie im Vergleich mit ihren dürftigeren Kollegen von Nickelback und Co. ständig den Kürzeren. Das soll sich nun ändern.

Das Quartett aus Harrisburg, Pennsylvania debütierte 1996 mit der Independent EP „Porcelain”, die sich mehr als 10.000 Mal verkaufte. Die ausgekoppelte Single „Shimmer” entwickelte sich zu einem lokalen Radiohit, sodass die Talentspäher vom Sony-Label „550 Records“ auf das Quartett aufmerksam wurden. Fuel wechselten die Plattenfirma und schoben im Folgejahr eine weitere EP nach („Hazleton“). Nach dem mit Doppel-Platin ausgezeichneten Major-Debüt „Sunburn“ (1998) und dem nicht minder erfolgreichen Nachfolger „Something Like Human“ (2000) erschien Ende 2003 ihr drittes Album mit dem Titel „Natural Selection“ auch mit einer größeren Stückzahl für den europäischen Markt. Herausgekommen sind zwölf Tracks, die allesamt das Grundgerüst des typischen „Fuel-Rocks“ aufweisen, im Detail jedoch enttäuschen. Obwohl das Werk mit Michael Beinhorn (Aerosmith, Hole, Korn, Ozzy Osbourne) von einem Top-Produzenten betreut wurde, klingt das, was man auf der Platte hört, nicht so richtig nach Fuel. Zwar bleibt die kernige Stimme Brett Scallions dieselbe, mit dem übrigen Geschehen will sich der Gehörgang aber nicht so schnell anfreunden.

Mit „Quarter“ beginnt das Album noch kompromissloser als der Vorgänger. Harte Riffs und ebenso heftige Gitarrensoli erinnern irgendwie an Metallica. Nach einer etwas unspektakulären Ruhephase von zwei Tracks scheint sich mit „Falls on me“ der erste Burner herauszukristallisieren - eine fetzige Ballade, der jedoch etwas zu fehlen scheint, schade. „These things“ überrascht mit ausgeprägter Fadheit, beinhaltet aber zwei Solos, die es in sich haben. So was vermisst man bei Nickelback und Konsorten! Ergänzt wird die Songkollektion durch das Herz-Schmerz-Stück „Most of all“, das ganz nett ist, aber nichts weltbewegendes darstellt. Welches Fazit soll man deshalb ziehen?

„Natural Selection“ hat sicher mehr Potenzial als viele andere Nu-Rock-Alben, die sich in den Charts tummeln. Verglichen mit den beiden herausragenden Vorgängern ist das Album allerdings enttäuschend, da der Mainstream zuviel Einfluss gefunden hat. Kann man hören, muss man aber nicht.

Anspieltipps:

  • Falls on me
  • These things
  • Million miles
  • Down inside of you
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