Soundtrack - Van Helsing - Cover
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Soundtrack Van Helsing


  • Label: Decca/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Frage nach dem Nährwert eines reinen Filmscores als Original Movie Soundtrack stellt sich immer wieder aufs Neue. Fans des Kinostoffes sind in der Regel das einzige Kundenklientel für diese Art von Soundtracks. Gern wird auch, um die kommerziellen Chancen zu erhöhen, ein Hit eines bekannten Stars mit draufgepackt – wie beispielsweise bei „Herr der Ringe“. Alan Silvestris kraftvoller Gothic-Score zum Horror-Debakel „Van Helsing“ hat dies nicht nötig. Der New Yorker (Oscar- und Golden-Globe-nominiert für „Forrest Gump“), Jahrgang 1950, der bereits bei „Die Mumie“ und „Die Mumie kehrt zurück“ für Regisseur Stephen Sommer arbeitete, verlässt sich ganz auf die epische Wucht seiner Kompositionen.

Das Label Universal verspricht im Pressetext vollmundig: „Silvestri komponierte einen Thriller-Soundtrack, der auf Jahre hinaus Maßstäbe setzen wird.“ Das ist mit Sicherheit zu hoch gegriffen, aber eine lupenreine Arbeit hat Silvestri („Cast Away“, „Lara Croft: Tomb Raider 2“, „Identität“) dennoch vorgelegt. Der Veteran zeigt erkennbaren Mut zum musikalischen Pathos, der bei der Mär um den legendären Vampirjäger Van Helsing auch durchaus angebracht ist. Seinen breiten, bombastischen Orchestersound reichert Silvestri mit Synthesizerklängen und massiven Chorstimmen und einigen Sopran-Passagen an. Als Musterbeispiel dafür seien der Opener „Transylvania 1887“ und „Burn it down“ genannt. Der Komponist zeigt ein feines Gespür für die Bilder seines Regisseurs Sommers und inszenierte die musikalische Begleitung als großes, episches Kino für die Ohren. Das ist zwar ab und zu eine Spur zu aufdringlich, aber verzeihlich, weil dieses pompöse Getöse dem Charakter eines Comic-haften Popcorn-Blockbusters entspricht.

Diese hochtourige Gangart fährt nahezu der komplette Soundtrack. Nur bei „All hallow’s eve ball“ nimmt Silvestri einmal kurz das Tempo heraus und streut eine feine Walzer-beeinflusste Verschnaufpause ein, bevor es im gewohnten Stil weitergeht. Auch zum Finale in „Reunited“ geht’s wieder eine Nummer kleiner. Versöhnliche Streicher entlassen den Kinobesucher aus dem Saal und den CD-Konsumenten aus seiner Score-Session.

Um das Kind einmal beim Namen zu nennen: Wer den Film nicht gesehen hat oder nicht nicht mag, wird kaum in die Verlegenheit kommen, sich den „Van Helsing“-Soundtrack zu kaufen. Dazu besteht keine Notwendigkeit. Aber für Anhänger von Sommers trashiger Vampir-Mär ist Alan Silvestris knapp 43 Minuten langer Score durchaus zu empfehlen. Denn für sich betrachtet, und nur darauf kann sich die Bewertung beziehen, ist dem New Yorker eines seiner besten Werke gelungen, an dem sich wenig auszusetzen lässt. Dem Gothic-Einfluss des Films wird er vollends gerecht und die Atmosphäre der Begleitmusik versprüht ihn aus nahezu jeder Note.

Anspieltipps

  • Transylvania 1887
  • Burn It Down!
  • Attacking Brides
  • All Hallow's Eve Ball
  • Reunited
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