Charlotte Hatherley - Grey Will Fade - Cover
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Charlotte Hatherley Grey Will Fade


  • Label: Double Dragon Music
  • Laufzeit: 42 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn es um Plattenveröffentlichungen internationaler Künstler geht, heißt es in Deutschland immer öfter warten, warten, warten – oder knallhart importieren! Schließlich ist die Welt ein Dorf, seit es das Internet gibt. Warum also bis ins Jahr 2005 warten, bis das erste Soloalbum der Ash-Gitarristin Charlotte Hatherley offiziell auf den deutschen Markt kommt? Warum nicht einfach einen Ausflug nach England machen, um sich „Grey Will Fade“ nach Hause zu holen? Und wenn es nur auf dem Daten-Highway ist. Hauptsache, es gibt ein wenig Abwechslung vom immer wiederkehrenden „Greatest Hits“-Wahnsinn der letzten drei Monate eines Jahres.

Sicher ist es ehrenwert, wenn eine Plattenfirma eine vermeintliche Independent-Veröffentlichung wie das erste Solowerk von Charlotte Hatherley nicht ins Jahressendgeschäft schmeißt, um dort von all den Robbie Williams’, Shania Twains und Britney Spears’ platt gemacht zu werden. Die beste Veröffentlichungsphase für solche „kleinen“ Produktionen war nämlich schon immer die Zeit nach Neujahr, wenn sich die Major-Firmen zurückhalten und die Top-Acts ihren Rausch ausschlafen. Dann erscheinen diese kleinen Rohdiamanten, die einen durch die kalten Monate begleiten und herzlich erfreuen. Solange, bis die Temperaturen wieder steigen und damit die erste Welle der Top-Seller-Veröffentlichungen auf uns hereinbricht. Doch zählt auch „Grey Will Fade“ zu dieser Sorte CDs?

Charlotte Hatherley spielte schon im Alter von 15 Jahren in der Riot-Girl-Group Nightnurse, die sich in der Club-Szene in und um London einen Namen machte. 1997 wurde sie als Gitarristin von der Band Ash angeheuert, was der Combo in allen Belangen äußerst gut tat: auf der Bühne und als Songschreiberin im Studio. Hatherleys Talent überzeugte auch Ash-Frontman Tim Wheeler, der seine Kollegin dazu ermutigte, ein Soloalbum in Angriff zu nehmen. Während der Aufnahmen zum Ash-Album „Meltdown“ im Sommer 2003 in Los Angeles fand sich dann eine Lücke im Terminplan, um ein eigenes Album aufzunehmen. Zusammen mit Produzent Eric Drew Feldman (Ex-Captain Beefheart & The Magic, Frank Black), Schlagzeuger Rob Ellis (PJ Harvey, Marianne Faithful, Fiona Apple) und Toningenieur Rob Laufer (Frank Black, Knife And Fork, Wendie Colter) entstanden in dieser Zeit zehn Tracks, die im August 2004 im UK als „Grey Will Fade“ auf den Markt kamen.

Herausgekommen ist ein alternativ angehauchtes Gitarren-Popalbum, das mit seinen fröhlichen Kompositionen gnadenlos auf gute Laune macht. Leider klingen die Songs dabei nur selten besser als von einschlägigen Girlbands der Marke Sister 7, The Donnas oder Hazeldine gewohnt. Zwar blitzt hier und da Charlotte Hatherleys Talent als Gitarristin („Summer“) und Songschreiberin („Where I’m calling from“) auf, doch für ein überdurchschnittliches Album reichen diese raren Momente leider nicht aus. Unterm Strich ist „Grey Will Fade“ einfach zu brav und bieder, um sich von der Masse abzuheben. Natürlich lässt sich die Herkunft aus dem Ash-Lager nicht verleugnen, aber um von einen bemerkenswerten Album zu sprechen, fehlt ganz einfach der entscheidende Kick. Warten wir also lieber auf das nächste Ash-Album.

Anspieltipps:

  • Down
  • Paragon
  • Summer
  • Why you wanna?
  • Where I’m calling from
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