Beefolk - Place Dramatique - Cover
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Beefolk Place Dramatique


  • Label: Material Records/EDEL
  • Laufzeit: 68 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Raus aus dem Bienenstock, hinein ins Leben. Beefólk – österreichisches „Bienenfölkchen“ treibt bunte Blüten. Modern Jazz vom Feinsten – lecker wie Honig vom Imker! Beefólk kommt aus der Stadt der österreichischen Jazzmusik – Graz. 2000 vereinigt sich um Saxophonist Georg Gratzer und Geiger Klemens Bittmann ein kleines, aber feines Bienenfölkchen, das gemeinsam in die Lüft steigt. Mit dem Volksmusiker Christian Bakanic (Akkordeon), Christian Wendt (Bass), Jörg Haberl (Schlagzeug) und dem singenden, isländischen Posaunisten Helgi Jonsson finden sich virtuose Mitstreiter, die bereits mit ihrem Erstlingswerk „Orka“ (2001) reichlich positive Presse anhäufen. Anfangs orientiert sich Beefólk mehr an musikalischen Vorbildern wie Astor Piazzolla und John McLaughlin, doch über die Zeit wechselt das Programm hin zu ausgefeilten Eigenkompositionen. Die Mischung macht’s. Origineller, unverwechselbarer Sound, ungewöhnliche Instrumentierung und androgyner Gesang setzt ganz besondere Akzente.

Diese Vielzahl an musikalischen Strömungen bündelt sich 2004 auf dem neuen Album „Place Dramatique“. Mit viel Elan und klugen, schwungvollen aber auch balladesken Arrangements im Gepäck, fliegen Beefólk durch einen Weltraum zwischen Klassik, modernem Jazz, Tango, traditioneller Folklore, balkanischen Rhythmen, Klezmer und Rock. Jedes Stück widmet sich dabei einem anderen Genre. Hier und da verbinden sich diverse Stile gar in siebenminütigen Kompositionen. Ein absoluter Hörgenuss mit Seltenheitswert. Die ehemaligen Studenten der Kunstuniversität Graz haben ihr Handwerk gelernt. Frech, jung, dynamisch – eine perfekte musikalische Interaktion. Mal kurz reingehört..... „Anna“ – fetziger, spannungsgeladener, rockiger Beginn, spannt einen Bogen zu melodiösen, harmonischen Soundgebilden. Erinnert etwas an Bands wie „Yes“ – Artrock mal anders instrumentiert. Da steckt sogar etwas von „Rage Against The Machine“ drin. Sehr ansprechend. „48“ und „Banyan“ – experimenteller Jazz mischt sich mit eingängigen, wohlklingenden Melodiefolgen. „Magic M“ – rhythmisch mitreißender Sound, wippen im leichten „funky“ Takt. „Place Dramatique“ - neuartiger Klang, virtuos und komplex, von falcettreichem Gesang durchwoben. Ungestüm, feurig – einfach nur begeisternd. Ein kleines Highlight. Nicht nur etwas für Jazz-Liebhaber.

Augen und Ohren auf. Wenn Beefólk den Weg nach Deutschland findet, werden wir euch informieren. Einziger Termin bis dato: 11. Juli 2004, Bayerisches Jazzweekend/Regensburg.

Anspieltipps:

  • Caleo
  • Bourrée
  • Plast Dramatik
  • Burning Beauty
  • Echoes Of Muthspiel
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