Heart - Jupiters Darling - Cover
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Heart Jupiters Darling


  • Label: Eagle Rock/EDEL
  • Laufzeit: 69 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Kann ein Album richtig schlecht sein, an dem neuzeitliche Rockgrößen wie Mike Inez (Alice In Chains, Ozzy Osbourne, Black Label Society), Jerry Cantrell (Alice In Chains, Circus Of Power) und Mike McCready (Pearl Jam, Mad Season) beteiligt sind? Die Antwort lautet: leider ja! Stein des Anstoßes: Das Comeback der 80er-Jahre Haarspray-Band Heart um die Schwestern Ann und Nancy Wilson (Vocals), die zusammen mit Craig Bartock (Gitarre), Darian Sahanaja (Keyboards), Mike Inez (Bass) und Ben Smith (Drums) das Album „Jupiters Darling“ eingetütet haben.

Heart veröffentlichten ihr Debütwerk vor immerhin 28 Jahren und konnten in den Achtzigern mehr als 30 Millionen Tonträger absetzen, inklusive über 20 Top-40-Hits. Danach wurde es um die Wilson Schwestern ruhig. Doch obwohl sie seit 1993 nicht mehr gemeinsam im Studio waren, blieben sie weiterhin aktiv - wenn auch nicht sonderlich erfolgreich. Nancy arbeitete an verschiedenen Soundtracks und brachte ein Soloalbum heraus. Darüber hinaus waren die beiden in einer Band namens The Lovemongers involviert. Im letzten Jahr gab es dann ein neues Lebenszeichen von Heart, als man die Doppel-CD/DVD „Alive In Seattle“ veröffentlichte.

Jetzt erscheint gar ein neues Studioalbum, das in Sessions in Los Angeles und Seattle entstanden ist. Daher auch die Kollaborationen mit den Aushängeschildern der Rockzene Seattles: Mike McCready, der auf „Led to one“, „Down the Nile“ und „I’m fine“ zu hören ist, sowie Jerry Cantrell, der bei „Fallen ones” aushalf. Doch obwohl die 16 neuen Songs (plus zwei Bonus Tracks) durchaus moderne Einflüsse anzubieten haben, klingen sie nach typischen Heart-Kompositionen, die sich allzu oft im brackigen 80er-Jahre Soft-Rock-Wasser bewegen („Make me“, „Enough“, „I need the rain“, etc.). Unter zeitgemäßer Musik verstehen Heart satte Grunge-Gitarren („Oldest story in the world“), akustische Country-’n’-Folk-Nummern („Things“), hymnische AOR-Balladen („The perfect goodbye“) und mehr oder weniger packende Rocksongs („Vainglorious“, „Move on“). Das klingt in den besten Momenten wie Melissa Etheridge, aber meistens wie eine x-beliebige Band, die vor 20 Jahren große Erfolge feiern konnte – Heart eben.

Nicht, dass wir uns falsch verstehen. Handwerklich sind die knapp 70 Minuten Musik auf „Jupiters Darling“ einwandfrei. Das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass die meisten Songs völlig belanglos sind und ihre Daseinsberechtigung nicht wirklich rechtfertigen können. Denn was nützt die tolle Rockröhre einer Ann Wilson und eine hochkarätige Band, wenn die Kompositionen nicht mehr als unterster Durchschnitt sind?

Anspieltipps:

  • Move on
  • Down the Nile
  • The perfect goodbye
  • Oldest story in the world
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