De|Vision - Six Feet Underground - Cover
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De|Vision Six Feet Underground


  • Label: Drakkar/BMG
  • Laufzeit: 51 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

„Six Feet Underground“ unterstützt den gepflegten Chill Out, den Fans der ersten De/Vision-Platten der Band gar nicht mehr zugetraut hätten.

De/Vision werden gerne als die deutschen Depeche Mode bezeichnet. Ein Klischee? Vielleicht. Allerdings gäbe es auch weit schlechtere Vergleiche für eine Band, die ihr zu Hause im Synthie-Pop hat. Seit gut zehn Jahren im Geschäft, hat das inzwischen zum Duo geschrumpfte Gespann Steffen Keth und Thomas Adam eine respektable Entwicklung von der kleinen Elektro-Pop-Band bei einem Independent Label (Strange Ways), über Chart stürmende Popstars bei einem Major Label (WEA), hin zum geschätzten Aushängeschild des BMG-Ablegers Drakkar Entertainment hingelegt.

Ende Juni veröffentlichen De/Vision nun ihr ich-weiß-nicht-wievieltes Album „Six Feet Underground“, das wieder ein Dutzend gut abgehangene Elektro-Popsongs präsentiert, die mit dezenten Gitarrenklängen, etwas Trance-Pop und TripHop-Elementen aufgepeppt wurden. Klanglich schippern die Bensheimer damit im sicheren Fahrwasser von Camouflage, Wolfsheim und Depeche Mode. Die meisten Tracks sind durch die Bank als unaufgeregte Slow-Groover mit leichtem „Trance/Chill Out“-Touch zu bezeichnen. Nur selten gehen Steffen Keth und Thomas Adam etwas heftiger zu Sache. So schleicht sich das verträumte „Aimee“ mit seiner feinen Melodie und dem etwas beschleunigten Rhythmus sofort ins Gehör und die mechanisch pumpenden Tracks „Take me over“ und „Right on time“ versetzen einen schlagartig auf die Tanzfläche eines Techno-Clubs in Berlin Mitte.

Doch grundsätzlich unterstützt „Six Feet Underground“ den gepflegten Chill Out, den Fans der ersten De/Vision-Platten „World Without End“ (1994) und „Unversed In Love“ (1995) der Band gar nicht mehr zugetraut hätten. Mit hypnotischen Stücken wie „You are the one“ gehen De/Vision ganz bewusst zurück zu ihren Wurzeln, die selbstverständlich den einen oder anderen Instrumental-Track („Klangmonaut“) oder durchaus hitparadenverdächtige Songs („I’m not enough“) beinhalten.

Unterm Strich ist das neue Album der beiden hessischen Soundtüftler ein gelungener Exkurs in die Welt der elektronischen Popmusik mit all ihren Facetten und Hakenschlägen. Mit „Six Feet Underground“ werden alte Fans ebenso zufriedengestellt, wie junge Hörer, die sich in diesen Tagen mit den neuen Alben von Paul van Dyk und Jam & Spoon vergnügen. Deshalb aufgemerkt: De/Vision sind auch anno 2004 einen Kauf wert.

Anspieltipps:

  • Aimee
  • Turn me on
  • You are the one
  • Six feet underground
  • I’m not dreaming of you
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