Anne Haigis - Das Beste In Deutsch 2 - Cover
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Anne Haigis Das Beste In Deutsch 2


  • Label: Pläne Pop/BMG
  • Laufzeit: 56 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Sie ist nie in Vergessenheit geraten, auch wenn Anne Haigis seit Ende der 80er Jahre keine großen Hallen mehr füllt. Ihrem Stile treu und nie dem Mainstream verfallen, gastiert sie landauf - landab, vorwiegend durch Clubs. Von den Massen eher verschmäht, gilt Anne Haigis in Musikerkreisen immer noch als erstklassige Interpretin bluesiger, soulig folkiger Songs. Ein Kraftpaket mit gewaltigem Ausdruck und großartiger Stimme. "....sie flüstert, setzt ein Vibrato auf die langen Töne, zeigt ein großes Spektrum ihres Tonumfangs und groovt mit dem Mikro in der Hand....", so ein Kritiker.

Die Karriere beginnt für Anne Haigis bereits im zarten, jugendlichen Alter Anfang der siebziger Jahre. Mit diversen Bands tingelt sie durch Ami-Clubs und durch andere Lokalitäten, feilt in dieser Zeit immer wieder an ihrer Stimme und wird schließlich 1979 mit dem Nachwuchspreis der Deutschen Phonoakademie in der Sparte Jazz ausgezeichnet. Wolfgang Dauner, renommierter Jazzpianist, Komponist, Produzent und Arrangeur, wird auf sie aufmerksam und nimmt Anne kurzerhand unter die Fittiche (nicht nur beruflich). Es entsteht das jazzige Debütalbum „For Here Where The Life Is“ und der Nachfolger „Fingernails“. 1984 vollzieht Anne Haigis einen Umbruch. Sie wechselt nicht nur den Mann, sondern orientiert sich musikalisch mehr hin zu popplastigen, rockigen Stücken mit deutschen Texten. Verantwortlich für die Produktionen u.a. Edo Zanki, Wolf Maahn und Tony Carey. Die Alben „Lass mich fallen wie Schnee“, „Geheime Zeichen“ und „Indigo“ sind hörbare Zeugen dieser Zeit. 1992 dreht sich Anne Haigis erneut um ihre Achse. „Cry Wolf“ klingt wieder englisch. Dafür sorgen solch illustre Produzenten wie Kevin McCormick und Nils Lofgren. Turbulente Zeiten verlangen nach Ruhe. 1997 legt Anne lediglich ein Live-Album nach. Erst 2000 ist sie wieder am Start mit „Mi:“ – eine Mischung aus Rock, Pop, Folk und Jazz mit englischen und deutschen Texten. „In Deutsch“ (2001), wie der Name schon verrät, koppelt Songs aus den Achtzigern aus. „Homestory“ 2003, ihr bis dato letztes Werk schmeckt ein wenig nach Country, Folk, Jazz und Soul; ruhig und melancholisch, ohne Schlagzeug und sonstigem Firlefanz. So wie es Anne Haigis-Fans lieben – bildhafte Erzählungen harmonisch verpackt.

In all den Jahren hat Anne Haigis mühelos die gesamte Spannbreite abgedeckt. Den Soul im Grundton, ist sie nie abgeneigt, in andere Gefilde abzuschweifen. Ob englisches oder deutsches Liedgut, Anne überzeugt als Rockröhre, genauso wie als Interpretin jazziger und folkiger Songs. Einen weiteren Querschnitt ihres musikalischen Schaffens mit deutschen Texten, legt Anne Haigis nun mit „Das Beste in deutsch 2“ vor. Eine Weiterführung der Rückblenden in Annes deutsche Phase. Zwölf Auskopplungen aus nicht mehr aufgelegten Alben „Anne Haigis“, „Geheime Zeiten“, „Lass mich fallen wie Schnee“ und „Indigo“. Nostalgisch, romantisch - Pop, Jazz, Blues, Rock und Folk. Balladen treffen ins Herz, greifen an der Wurzel. Up- und Midtempo-Stücke verschmelzen herkömmliche Sounds. Die Aussagekraft der Texte steht im Mittelpunkt, eingefärbt von tollen, abwechslungsreichen Arrangements. „Das Beste in deutsch 2“ bietet nicht nur eine Menge Platz für Annes Haigis Stimme. Zurück in die Vergangenheit.

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