Till Brönner - That Summer - Cover
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Till Brönner That Summer


  • Label: Verve/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 57 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Wesentliches Augenmerk legt Till Brönner diesmal auf seinen Gesang. Fast das komplette Album arrangierte er in Kombination Trompete-Gesang-Flügelhorn plus Begleitband.

Das Aushängeschild für charttauglichen Jazz aus deutschen Landen – Till Brönner. Geboren 1971, als Kind einer äußerst musikalischen Familie, zeichnet sich Till Brönners Lebensweg hin zum Jazz bereits früh ab. Angetan von Charlie Parker´s Kompositionen, sammelt er mit 13 Jahren erste Hörerfahrungen in Sachen Jazz. „...die Musik war wie eine Frau, die mich anbaggerte....“. Vorspiel beendet..... Erste Gehversuche in der Welt des Showbiz, unternimmt Till Brönner während seines Musikstudiums in Köln. Ein erfolgreiches Vorspiel (schon wieder) beim RIAS-Tanzorchester gibt das Startzeichen. Seinen Einstand als Bandleader vollzieht Till Brönner 1993 mit „Generation Of Jazz“. Wirklich große Aufmerksamkeit erlangt er mit seinem zweiten Album „My Secret World“. Der internationale Durchbruch sollte nicht lange auf sich warten lassen. Mit „Midnight“, ihm zur Seite standen bekannte Jazzgrößen wie Michael Brecker (Saxophon) und Dennis Chambers (Drums), sammelt Till Lobeshymen am Stück. „.....melancholische, elegische Jazzeleganz...“. Erstmals gesanglich aktiv, präsentiert er sich auf „Love“. Mit fragiler, an Chet Baker und/oder Michael Franks erinnernder Stimme, zelebriert Till Brönner Jazz-Innovationen. 2000 folgt „Chattin´ With Chet“ – eine Hommage an einen der größten Jazz-Trompeter und Flügelhornspieler. Zwei weitere Alben folgen. Ein Gang durch Stilmixwelten der Marke R`n´B, Soul, Blues, Hip Hop und Jazz. Dj´s an Turntables, Chill-Out und was die Zeit so hergibt darf nicht fehlen. Eigenwillig, doch jederzeit am Zahn gewackelt.

„...der wichtigste Faktor am Jazz ist die Freiheit....“, so Till Brönner. Das Publikum liebt seine zeitgemäßen Jazz-Kompositionen und –Arrangements, die Kritiker rümpfen zuweilen die Nase. Für viele ist Till Brönners Stilmix eher ein Drahtseilakt auf dünnem Jazz-Seil. Doch er bleibt sich treu und arbeitet weiter konzentriert an seiner stilistischen Unabhängigkeit. Till Brönner hat sich einen International erstklassischen Ruf erspielt und auch ersungen. Dies beweisen nicht nur zahlreiche Arbeiten und Projekte mit Künstlern der Marke Pat Metheny, Ray Brown, Natalie Cole, den Berliner Philharmonikern, Hildegard Knef (Album - Aber schön war es doch), Bootsy Collins, Mousse T., Klaus Hoffmann, Nils Landgren und einigen anderen mehr. Er ist in der Bundesliga des Jazz angekommen und schilt in Richtung Champions-League Titel. Till Brönner lässt 2004 den Sommer erblühen. „That Summer“ beinhaltet jazzige, warme und geschmackvolle Kurzgeschichten, die nicht nur ins Ohr gehen. Das betörende Ergebnis eines mehrwöchigen Aufenthaltes in einer Blockhütte in Ontario/Canada.

Wesentliches Augenmerk legt Till Brönner diesmal auf seinen Gesang. Fast das komplette Album arrangierte er in Kombination Trompete-Gesang-Flügelhorn plus Begleitband: Chuck Loeb (Guitar), Roberto Di Gioia (Keyboards), Timothy Lefebvre (Bass) und Wolfgang Haffner (Drums). „That Summer“ lässt tiefe, emotionale, fast grenzenlose Einblicke in die Gefühlswelt Till Brönners zu. „Your Way To Say Goodbye“ – ein Bossa Nova Abschied, „Bein´ Green” – eine herzbewegende Ballade aus der Feder Joe Raposo´s, die durch Kermit aus der Sesamstrasse Anfang der Siebziger zu Ehren kam, „When Your Lover Has Gone“ – entspannende Nichtigkeit, „Estrada Branca“ – eine instrumentale, federleichte Jobim/de Moraes Komposition…… und vieles mehr für Herz und Seele. Hippig und poppig „Ready Or Not“, Nightfall-Blues mit „After Hour”, radiotauglicher Westcoast-Pop mit „So Right, So Wrong” und zum Abschluss „Rising Star” – gebündelte, magische Wärme fürs Gemüt.

„That Summer“ – eine erstklassische Auswahl sommerlicher, farbenfroher Songs. Till Brönner bewegt sich mehr denn je auf Poppfaden mit leichtem Jazz-Touch. Amor lässt grüßen. Mitten ins Herz.

Anspieltipps:

  • After Hours
  • Antonio´s Song
  • So Right, So Wrong
  • Your Way To Say Goodbye
  • When Your Lover Has Gone
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