Marco Bailey - Rudeboy - Cover
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Marco Bailey Rudeboy


  • Label: Elektro/INTERGROOVE
  • Laufzeit: 77 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Aushängeschild der belgischen Techno-Szene, ja wenn nicht sogar Musik-Szene, Marco Bailey meldet sich mit seinem neuen Album „Rudeboy“ eindrucksvoll zurück und garantiert wie immer knochentrockenen aber dennoch feinsten Techno. Der am 20. Juli 1970 als Marco Beelen in Belgien geborene Bailey begann seine DJ-Karriere schon mit 18 Jahren. Erst faszinierte ihn New Wave, Funk und Hip Hop, zu Beginn der 90er dann Trance und später Goa, was er auf seiner ersten Mix-CD „Planet Goa“ aus dem Jahre 1995 auch unter Beweis stellte. In dieser Zeit entstanden die ersten Produktionen für Dance Opera, drei Jahre später setzte er mit seinen Releases auf Bonzai Records dann den Sprung in die DJ-Topliga an.

Sowohl die Gründung seines eigenen Plattenlabels Imprints Session Recordings als auch die Veröffentlichungen auf dem englischen Schranz-Label Primate Recordings und beim schwedischen Imprint Zync, der Baileys Tribalhammer „Ipanema EP“ 2001 in Vinyl presste, waren weitere wichtige Schritte für Bailey auf dem Weg nach ganz oben. An der Seite von Redhead trieb Bailey zudem bei Primevil unter dem Pseudonym Soulwatcher sein Unwesen. Kurz davor wurde Bailey von niemand geringerem als Carl Cox für das Label Intec Records gesigned und trug maßgeblich zum exzellenten Ruf des Labels in den darauf folgenden Jahren bei.

Doch damit nicht genug in Sachen Labels: Mit Session Recordings, MB Electronics und dem gemeinsam mit Cristian Varela betriebenen Pornographic Recordings hat Bailey seine Finger gleich bei drei weiteren einschlägigen Labels im Spiel. Harte Technotools, gerne mit deutlichen Tribalreferenzen, und Kollegen wie Oxia, Rino Cerrone, Ben Sims, Mark Broom, Adam Beyer, David Carretta oder Redhead kennzeichnen den Output der drei Plattenfirmen und machten das Label-Trio schnell zum unverzichtbaren und hochgeschätzten Pflichtprogramm für die Technogemeinde. Die Vorliebe von Bailey für funktionale Dancefloor-Groover unterstrichen die beiden 2002 erschienenen Mix-Compilations „Gasometertraxxx Earth“ und „Berlin/Bruxelles“, in Kooperation mit Miss Yetti. Nach zahlreichen Veröffentlichungen auf Tortured Records und Primate Recordings kündigt sich nun nach zwei Jahren mit „Rudeboy“ ein neues Album des wichtigsten belgischen Technoproduzenten an.

Auf seinem dritten Album präsentiert Marco Bailey erneut seine Kompetenzen in Sachen groovigen Techno und Schranz. Der Opener „Beyond 7 Seas“ lässt das Album ruhig und ambience-lastig starten. „Xyglass“ setzt auf melodischen Elektro-Sound. Den zuverlässigen 4/4 findet man in „Circuits“ wieder, und auch „Spiderweb“ setzt auf die vertraute dichte des Beats. Mit einem Sample von The Clash startet der Track „Krash“, welcher durch die überzeugende Bassline zu einem wahren Club-Monster mutiert. „Energized“ setzt noch mal auf Elekto-Sound bevor es mit „Siestanyol“ in die tieferen Welten der Akkorde geht. „Wave Reset“ lässt die Herzen der Old School Fans höher schlagen, und auch die Tribel-Fangemeinde darf sich auf „Mission“ freuen. „Homeless“ widmet sich noch mal dem Ambience-Sound ehe es mit „Invaders“ auf eine wahre Achterbahnfahrt in Sachen Techno geht. Ein letztes Mal Elekro-Sound mit „Elektrik Mekanik“ und dunkle, unterdrückte Beats in „Art Of Beauty“ bevor das Album mit „A Tale About Me And Myself“ und Chill Out-lastigen Klängen sein Ende nimmt.

Marco Bailey beweist also mit „Rudeboy“ nicht nur seine Kompetenz in Sachen elektronischer Tanzmusik sondern auch seine Vielseitigkeit. Und so animiert das Album allemal zum reinhören, die eingefleischte Fangemeinde eher sofort zum Kauf, und falsch machen kann man damit nicht wirklich etwas.

Anspieltipps:

  • Xyglass
  • Siestanyol
  • Krash
  • Mission
  • Elektrik Mekanik
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