Cowboy Junkies - One Soul Now - Cover
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Cowboy Junkies One Soul Now


  • Label: Cooking Vinyl/INDIGO
  • Laufzeit: 47 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Den Stecker in den Verstärker und mal am Lautstärkeregler gedreht, das war 2001 auf „Open“ der Ausnahmefall. „One Soul Now“, die aktuelle Scheibe der Cowboy Junkies bewegt sich wieder in ruhigeren Gewässern und kommt angenehm beseelt daher.

Das Geschwister-Trio Michael (Guitar), Peter (Drums) und Margo Timmins Vocals), plus Freund und guter Geist Alan Anton (Bass) marschieren nun schon seit fast 20 Jahren unermüdlich durchs Musikbusiness. Mit ihrer Mischung aus leichten, leisen und meist akustischen Rocksounds, bereichert von melancholischen, ernsten Texten, schweifen und schweben die Cowboy Junkies seit 1985 von Toronto (Kanada) aus durch die Lande.

„Whites Off The Earth“ setzt 1986 ein erstes Markenzeichen. 1988 veröffentlichen die Cowboys mit „The Trinity Session“ ein heute als legendär bezeichnetes Werk. Die in einer Kirche und mit nur einem Mikro aufgenommene Scheibe, gilt als absolut rarer Fanartikel und findet reißenden Absatz - falls es mal irgendwo auftaucht. Minimalismus in Reinkultur, gedämpft, harmonisch still und leise, geprägt und überschattet von Margos erotisierender, sinnlicher Stimme, weißt dieses Album den Weg in eine erfolgreiche Zukunft. Ein Majorvertrag liegt flux im Studio rum und wird mit „The Caution Horses“ 1990 schnell mal in bare Münze umgesetzt. Kommerz macht sich breit, Michael schreibt wie wild an neuen Songs die sich auf weiteren sechs Scheiben wiederfinden. Dem Quartett schließen sich Anfang der 90er Jahren Keyboarder Linford Detweiler, Multiinstrumentalist Jeff Bird und Gitarristin und Backvokalistin Karen Bergquist an. Alle Drei fügen sich nahtlos ins harmonische Bild ein. „Open“, ein Album aus dem Jahre 2001, erstaunt und überrascht viele Fans durch seine rockige Art. Wie schon beschrieben, legt die Band eine Schippe Kohlen nach und zerrt hier und da ordentlich an Seiten, Tasten, Fellen und Becken. Einziger Ruhepol ist und bleibt Margo Timmins. Sie wirft so leicht nix aus der Bahn, auch wenn sie hier und da derber als gewohnt dahersingt. Der Erotik tut’s keinen Abbruch.

Zurück zu den Wurzeln – die Cowboy Junkies trennen sich von ihrem Majorlabel und hauchen ihrem 1985 ins Leben gerufenen eigenen Label Latent wieder Saft ein. „Open“ war bereits die erste Veröffentlichung, ihr folgt nun mit „One Soul Now“ ein weiteres Album. Vollgepackt mit Seele, Gefühl und Empfindlichkeit, Leidenschaft und musikalischem Gespür, begeben sich die Cowboy Junkies auf eine mutige Weiterentwicklungsreise. Komplett in Eigenregie komponiert, arrangiert und produziert reiht sich „One Soul Now“ nahtlos als neuntes Studioalbum an. Klar definierte Soundstrukturen, wie man es nicht anders erwarten würde, fesselnd und manchmal fast sogar narkotisierend. Es finden sich Rocksequenzen, Upbeat-Modulationen, Balladen, Hymnen und Elegien. Klagelieder, die Geschichten erzählen, die das Leben eben so schreibt. Beziehungskrisen und ihre Entwicklungen, Alter, Krankheit und Tod. Der Lauf der Welt. Intime Atmosphäre trifft Nachdenklichkeit. „One Soul Now“ – Seelen und Energien schließen sich zusammen und überwinden einen schier unendlichen Kreislauf des Lebens. Kerze an, Rotwein raus, Beine baumeln lassen und couchen. Nachtrag: Als Bonus gibt es anbei eine weitere CD names „Neath Your Covers – Part 1“ – eine Coversammlung mit Songs von Bruce Springsteen, Townes Van Zandt, Neil Young und weiteren. Insgesamt fünf Songs als fanfreundliches Giveaway.

Anspieltipps:

  • One Soul Now
  • Why This One
  • My Wild Child
  • No Long Journey Home
  • He Will Call You Baby
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