The Brian Setzer Orchestra - The Ultimate Collection - Cover
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The Brian Setzer Orchestra The Ultimate Collection


  • Label: Neo/SONY
  • Laufzeit: 128 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Wirklich massenkompatibel ist das nicht, was Brian Setzer seit mehr als zehn Jahren mit seinem Orchester auf die Beine stellt. Trotzdem gibt es eine feste Fangemeinde, die dem berauschenden Cocktail aus Neo-Swing, Rockabilly und Big-Band-Sound die Treue hält. Grund genug, jetzt ein opulentes Live-"Best Of"-Album zu veröffentlichen, das aus zwei Show in Kanada und Japan zusammengestellt wurde. Dabei prasseln annähernd 30 Songs in über zwei Stunden Spielzeit auf den Hörer ein, die zum einen beim internationalen Jazz-Festival in Montreal, Kanada (ca. 1995) und während eines Auftritts des Brian Setzer Orchestras in der berühmten Akasaka Blitz Arena, Tokyo, Japan (ca. 2001) aufgezeichnet wurden.

Begonnen hat die musikalische Karriere von Brian Setzer, der am 10. April 1959 in Massapequa, Long Island, New York geboren wurde, in den frühen 70er Jahren, als er sich als Jugendlicher verbotenerweise in den Jazz-Clubs von New York herumdrückte, anstatt die Schule zu besuchen. Dabei entwickelte er eine besondere Vorliebe für den Big-Band-Sound, der allerdings von der rohen Energie des Punk-Rock durchkreuzt wurde. Nachdem er Ende der Siebziger die Band Tomcats am Start hatte, rief er Anfang der 80er Jahre die Rockabillly-Formation The Stray Cats ins Leben. Beeinflusst durch New Wave und eben Punk-Rock, fuhr die Band ihre ersten Erfolge in England ein, ehe man das restliche Europa und die USA infiziert. Verkaufszahlen in Millionenhöhe und Tourneen z.B. mit den Rolling Stones waren der Lohn. Trotzdem trennten sich die Stray Cats und Bandleader Brian Setzer nahm seinen alten Jugendtraum von einer Big Band wieder auf. Nachdem Setzer 17 Musiker aufgetan hatte, die seine Leidenschaft für Blues, Jazz, Swing und Rock ’n’ Roll teilten, trat das Brian Setzer Orchestra im Dezember 1992 erstmals im Coach House in San Juan Capistrano, Kalifornien live auf.

Nach so vielen Jahren im Geschäft, kann man ruhig mal eine „Best Of“-CD auf den Markt bringen. Noch besser ist es natürlich, wenn man seine besten Songs als bisher unveröffentlichte Live-Platte unters Volk bringt. Da ist die Freude umso größer. Trotzdem herrscht am Anfang erstmal Verwirrung - bis der Rezensent bemerkt, dass die CDs des Doppelalbums schlicht und ergreifend falsch bedruckt und die Nummer 1 mit der Nummer 2 vertauscht wurde. Shit happens, doch dem Rock ’n’ Roll Vergnügen soll dies keinen Abbruch tun. Denn die „I think we’re on to somethin’“ und „Oh yeah baby!“ untertitelten Silberlinge kommen als frisch von der Leber abrockende Werkschau daher, die keine Wünsche offen lässt und amtlich rockt, swingt und groovt!

Ohne großes Tammtamm, dafür mit einer Extraportion Drive der Bläsersektion, werden eigene Klassiker der Marke „The dirty Boogie“, „Ghost Radio“ (geschrieben von Joe Strummer und Brian Setzer) und „Pennsylvania 6-5000“, sowie Coverversionen von Richard Berry („Good rockin’ daddy“), Carl Perkins („Your true love“), Bobby Troup („Route 66”) und David Foster („James Bond Theme”) dargeboten. Das macht durchweg gute Laune und sollte vor allem laut genossen werden. Deshalb: Wer den Sound des Brian Setzer Orchestras umfassend kennen lernen will, sollte zu diesem Live-Werk greifen.

Anspieltipps:

  • Route 66
  • Gene & Eddie
  • Hoodoo voodoo doll
  • Rumble in Brighton
  • As long as I’m singing
  • I won’t stand in your way
  • This cat’s on a hot tin roof
  • Drive like lightning (Crash like thunder)
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