Ben Kweller - On My Way - Cover
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Ben Kweller On My Way


  • Label: RCA/BMG
  • Laufzeit: 42 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Offen gesagt: Dieses Album hat am Anfang überhaupt nicht funktioniert. Aber was nicht sein darf, kann auch nicht sein. Schließlich hat Ben Kweller, der Wunderknabe aus Greenville, Texas, erst vor kurzem mit seinem Solodebüt „Sha Sha“ ein kleines Independent-Meisterwerk vorgelegt. Also wird der Silberling so oft in Rotation gebracht und der Lautstärkeregler so lange nach rechts gedreht, bis nichts mehr geht oder die Erleuchtung kommt. Und, hurra, sie kam!

Das zweite Ben-Kweller-Album „On My Way“ wurde Im Oktober/November 2003 in den Sear Sound Recording Studios in New York City zusammen mit Produzent Ethan Johns (Ryan Adams, Brendan Benson, Counting Crows, Kings Of Leon) aufgenommen. Dieser sorgte mit minimalem Aufwand für einen druckvollen, aber nie überladen klingenden Sound, den er lapidar beschreibt: „Guitars, bass and drums, all live in the studio, no headphones, minimal post production“. Das freut den Rock ’n Roller und den Popfan zugleich.

Wie schon auf „Sha Sha“, badet Kweller in traumhaften Rocksongs und Singer/Songwriter-Titeln, die sich nur an den ganz Großen des Geschäfts orientieren. So könnte das wunderbare „Living life“ auch von Billy Joel stammen und das furiose „Ann disaster“ wäre eine Auszeichnung für Weezer. „Hear me out“ ist die Reinkarnation von Neil Youngs kraftvollem Mundharmonikaspiel mit einer originalgetreuen Weezer-Hookline. Hier geht einfach alles. Schrammel-Pop („Believer“) und grandiose Indie-Rock-Eruptionen („The rules“, „Down“). Oder Ben Kweller lässt einfach mal einen guten Popsong einen guten Popsong sein („Different but the same“). Wunderbar, mit welcher Leichtigkeit der 23-Jährige zu Werke geht. Ganz wie der junge Beck Hansen oder Rivers Cuomo vor zehn Jahren. Dabei kommen die elf Songs im Prinzip völlig schnörkellos daher und rocken in knapp 40 Minuten das Haus, ohne Nu-Rock- und Metal-Keulen herauszuholen.

„On My Way“ ist eine perfekte Fortsetzung von „Sha Sha“ und ein ganz heißer Anwärter auf den diesjährigen Indie-Thron. Wollen wir nur hoffen, dass die Plattenfirma etwas mehr Promotion für das wirklich tolle Album macht, das ca. vier Monate nach dem US-Release nun auch in Deutschland erscheint. Wer sich eine Mischung aus Billy Joel, Neil Young, The Strokes und Weezer vorstellen kann, muss bei dieser CD einfach zugreifen!

Anspieltipps:

  • Down
  • The rules
  • Hear me out
  • Hospital bed
  • My apartment
  • I need you back
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