Natasha Thomas - Save Your Kisses - Cover
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Natasha Thomas Save Your Kisses


  • Label: Epic/SONY
  • Laufzeit: 52 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Drei Singles in 12 Monaten. Und dreimal das unbestimmte Gefühl, „den Sound kenne ich doch…“: Sommerlich leichter Reggae-Pop im Stile des 90er Jahre Popwunders Ace Of Base. Nun, die geografische Richtung stimmt. Nur handelt es sich nicht um das schwedische Quartett, sondern um die 17jährige Dänin Natasha Thomas, die mit den Songs „Why (does your love hurt so much)“, „It’s over now” und „Save your kisses for me“ aus der Hitschmiede des Hamburger Produzenten Alex Christensen (Right Said Fred, Tom Jones, ATC, Bro’Sis, N Sync, U 96, Rollergirl etc.) in den internationalen Singlecharts debütiert.

Das neue Gesicht für die Print- und TV-Werbung des französischen Modelabels Lacoste (an der Seite des Tennis-Stars Arnauld Clement), bekam von Christensen und dem dänischen Produzententeam „WhenCarsAttack“ 14 Songs auf den attraktiven Leib geschneidert, mit denen zumindest in Europa der Pop-Thron in Angriff genommen werden soll. Denn wie so häufig, steht in der Popmusik die, ähem, „Verpackung“ an erster Stelle. Und diese ist auch im Fall Natasha Thomas äußerst ansehnlich, wie die auf dem Debütalbum „Save Your Kisses“ mitgelieferten Videoclips unter Beweis stellen.

Rein musikalisch ist „Save Your Kisses“ ein gefälliges Pop-Album, das alle Nuancen moderner Chartmusik abdeckt, über den Nährwert eines „Big Mac“ aber nicht hinauskommt. So besitzt die aktuelle Single „Save your kisses for me“ gewiss alle Voraussetzungen, um den Charterfolg der beiden Vorgänger, dem Carly-Simon-Cover „Why (does your love hurt so much)“ und ganz besonders dem gelungenen „It’s over now“, das in Zusammenarbeit mit dem aus Tobego stammenden Kollegen Sugar Daddy (einem Reggae-Rap-Knödler im „Shaggy“-Stil) entstand, zu wiederholen. Doch auf die Länge eines Albums ausgedehnt, können die überwiegend im Midtempo-Bereich angesiedelten Reggae-Popsongs nicht überzeugen. Dazu leiden die Kompositionen einfach unter einem latent vorhandenen Euro-Pop „Trash-Touch“, der im Vergleich mit internationalen Pop-Produktion, wie zum Beispiel dem Debütalbum von Delta Goodrem (inzwischen mehr als 2,5 Millionen Mal verkauft!), dazu führt, dass die Qualität mächtig abfällt. So ist bereits der Opener „Loving you is not easy“, mit dem bescheuerten Zusatz „Uh la la“, nicht mehr als höchst durchschnittliches Füllmaterial. Akustische Balladen wie „Sunshine after rain“ sind allenfalls nett und vermeintlich tanzbare Popsongs der Marke „Hold me closer“ oder „Young and carefree“, das unverschämt nach einem schlechten Selbstplagiat klingt – so geht’s nun wirklich nicht, der Hörer ist doch nicht doof!!! – können den zwiespältigen Eindruck auch nicht mehr verbessern.

Für das Debüt der jungen Dänin Natasha Thomas haben die beteiligten Produzenten mehr als deutlich bei den Kollegen von Ace Of Base geklaut. Nur hat man vergessen, die künstlerische Raffinesse der Schweden gleich mit zu kopieren. Ein paar Stil- und Tempovariationen mehr (man höre „Rollercoaster ride“ und „More than friends“) hätten dem Album nämlich sehr gut getan. So gleicht „Save Your Kisses“ einem in sich ruhenden Kreislauf aus bedächtigen Songs, die so gar nichts mit der Ausstrahlung der 17-Jährigen gemein haben. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel. Und deshalb sei nochmals auf die gelungene Single „It’s over now“ hingewiesen, die zeigt, wie man es auf Albumlänge hätte besser machen können.

Anspieltipps:

  • It’s over now
  • Young hearts
  • More and more
  • Rollercoaster ride
  • Sunshine after rain
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