Korn - Greatest Hits Vol. 1 - Cover
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Korn Greatest Hits Vol. 1


  • Label: Epic/SONY
  • Laufzeit: 76 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Könige der tiefergestimmten, siebensaitigen Monster-Gitarren liefern eine amtliche Hit-Sammlung ab.

Faltet die Hände zum Gebet, denn es ist an der Zeit Abschied zu nehmen. Die Ära des Nu-Metal neigt sich langsam aber sicher dem Ende entgegen. Die große Schar der Alternative-Rock-Fans wendet sich neuen Bands und Stilen zu. Die alten Helden verkaufen immer weniger Platten und bekommen schon lange keine überschwänglichen Kritiken mehr. Eine Szene blutet aus wie viele andere Hypes zuvor auch. Doch halb so schlimm. Der nächste Trend steht bereits in den Startlöchern – wir wissen nur noch nichts davon.

Auch Korn haben sich entschlossen, die erste Dekade ihres Schaffens stilvoll abzuschließen, um sich ab 2005 neuen Herausforderungen zu stellen. Aus diesem Grund erscheint rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft eine umfassende „Greatest Hits“-CD mit limitierter Bonus-Live-DVD. Fan-Herz, was willst du mehr? Zehn Jahre, sechs Alben und 20 Millionen verkaufte Tonträger nach ihrem bahnbrechenden Debütalbum, das als Auslöser der New-Metal-Bewegung gilt, schließen Jonathan Davis (Vocals), Fieldy (Bass), David Silveria (Drums), James „Munky“ Shaffer (Gitarre) und Brian „Head“ Welch (Gitarre) das erste Kapitel ihrer Geschichte ab und fahren insgesamt 19 Songs als „Greatest Hits Vol. 1“ auf – darunter zwei nagelneue Tracks und ein Remix.

Auch wenn die Moral solcher „Best Of“-Werke durchaus angezweifelt werden kann, hat man sich bei der Zusammenstellung der Songs und der Album-Aufmachung wenigstens soviel Mühe gegeben, dass das Doppel-CD-Set für Komplettisten und Neueinsteiger zugleich einen Sinn ergibt. So werden in umgekehrter Reihenfolge der Veröffentlichung jeweils zwei bis vier Tracks der ersten sechs Korn-Alben in neu gemasterter Klangqualität auf den Hörer losgelassen. Von „Korn“ (1994) stammen die Songs „Clown” und „Shoots and ladders. „Life Is Peachy“ (1996) featured „Twist” und „A.D.I.D.A.S.”. „Follow The Leader“ (1998) beherbergte „Got the life” und „Freak on a leash”, das auch als Remix von Dante Ross vertreten ist. „Issues“ (1999) ist mit „Trash“, „Somebody someone“, „Make me bad” und „Falling away from me” an Bord. Von „Untouchables“ (2002) nahm man „Alone I break” und „Here to stay” und vom letzten Studioalbum „Take A Look In The Mirror“ (2004) gibt es ein Wiederhören mit „Did my time“, „Right now” und „Y´all want a single”.

Die Könige der tiefergestimmten, siebensaitigen Monster-Gitarren (man höre nur „Blind“ oder „Did my time“) liefern eine amtliche Hit-Sammlung ab, die mit zwei neuen Tracks zugleich einen Wink auf das kommende Album gibt. Angeblich wollen Korn ein reines Cover-Album produzieren, dessen Vorboten „Word up!“ (im Original stammt der 18 Jahre alte Song von One-Hit-Wonder Cameo) und der Pink-Floyd-Klassiker „Another brick in the wall“ sind. Beide Songs bleiben dicht an den Originalversionen. Lediglich die brettharten Gitarren verraten das neue Zuhause der beiden 80er Jahre Tracks, die zwei nette Dreingaben zu einem pickepacke vollen Album sind.

Durch die rückläufiger Verkaufszahlen hat im Nu-Metal-Bereich so was wie eine natürlich Auslese eingesetzt. Nur die Besten werden überleben. Und Korn werden hoffentlich dazugehören. Deshalb lasst und auf weitere zehn Jahre anstoßen und nochmals im Chor die prägnanteste Zeile aus dem Song „Right now“ anstimmen: „I fuckin’ hate you!!!!”

Anspieltipps:

  • Blind
  • Right now
  • Got the life
  • Y´all want a single
  • Shoots and ladders
  • Somebody someone
  • Another brick in the wall (Parts 1, 2 , 3)
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