Jimmy Cliff - Black Magic - Cover
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Jimmy Cliff Black Magic


  • Label: SPV Records
  • Laufzeit: 67 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Übervater des Reggae ist wieder auf dem Vormarsch. Auf seinem Weg quer über den Globus, sammelte Jimmy Cliff vier Jahre lang Songs unterschiedlicher Couleur, die er nun auf „Black Magic“ der Öffentlichkeit überreicht. James Chambers, alias Jimmy Cliff, wurde 1948 auf Jamaica geboren. Ein gutes Pflaster für gepflegte Musik. Kein Wunder also, dass sich Jimmy frühzeitig in allen Facetten dem Reggae verschrieb. Wiener Walzer wird eben an anderen Orten getanzt.

Mit der Single „Hurricane Hattie“ gelingt Jimmy Cliff 1962-63 14jährig der Durchbruch. Sie macht ihn auf Jamaica Mitte der Sechziger zum absoluten Star. Mit „Wonderful World, Beautiful People“ erreicht ein Song aus seiner Feder 1969 eine Chartplatzierung im oberen Drittel auch in Europa – Großbritannien. „Miss Jamaica“ und „King Of Kings“ sind nur einige weitere Songs aus dieser Zeit, mit denen Jimmy den Ska auf Jamaica aber auch in Europa verbreitet. Ebenfalls ein sehr bekannter Hit – „Wild World“ (1970) und nicht zu vergessen, eine der Anti-Kriegs-Hymnen – „Vietnam“. 1972 wechselt Jimmy Cliff das Genre. Für den von Perry Henzell geschriebenen und produzierten Film „The Harder They Come“ erarbeitet er nicht nur den Soundtrack, sondern spielt zudem die Hauptrolle des Ivan – einen, von der Plattenindustrie zerstörten und entmutigten Sänger, der schließlich als Drogendealer in der Gosse endet. Weitere Filmrollen folgen, u.a. an der Seite von Hollywoodstars wie Peter O’Toole und Stephan Segal. Ab 1981 startet Jimmy Cliff wieder die Reggae-Time. Sein Album „The Power And The Glory“ erhält 1983 eine Grammy-Nominierung. Das Album „Cliff Hanger” 1985 einen Grammy. Manche werden sich sicherlich noch an den coolen Film „Cool Runnings“ erinnern. Für diesen interpretierte Jimmy Cliff den Song „I Can See Clearly Now“ und erreicht damit zahlreiche Chartplatzierungen. Nach seinem kurzen Gastspiel für Elton John bei „König der Löwen“, lässt es Jimmy Cliff einige Jahre ruhiger angehen. Erst 2003 mischt er endlich mal wieder ordentlich im Reggae-Salat herum. Eine erfolgreiche Tournee durch Europa und den USA lässt aufhorchen.

Mit „Black Magic“, meldet sich Jimmy Cliff, langersehnt, nun endlich mit aktuellem Album zurück. An seiner Seite, Künstler von Rang und Namen, die „Black Magic“ äußerst positiv beeinflussen. So z.B. Sting („People”), Annie Lennox („Love Comes”), Kool & The Gang („Let´s Go Dancin´”) und Ex-Tennis-Star Yannick Noah („Take Your Time”). Produziert und remixed hat dieses Werk Dave Stewart (Eurythmics), der bereits 2001 mit den ersten Arbeiten begann. Was an „Black Magic“ fasziniert und es auszeichnet, ist die unbändige Kraft und positive „Vibration“, die Jimmy wie gewohnt zum Ausdruck bringt. Seine charismatische Stimme setzt Markenzeichen, seine musikalische Sprache sprengt Grenzen. Seine Themen handeln von Alltäglichkeiten und im Wesentlichen von weltweiten politischen Krisen („War In Jerusalem“), die uns beschäftigen, streifen, anstoßen, die wir aber gerne verdrängen. Jimmy dagegen packt die Probleme und Aufgaben an und sucht Lösungen und verbreitet auf diese Weise eine bejahende Einstellung. Das Leben ist lebenswert, auch wenn es hier und da mal aus der Bahn geworfen wird („Terror – September 11th“).

Er hat es einfach im Blut. Der Altmeister lässt sich nicht aus der Spur werfen – No Problems Only Solutions. „Black Magic“ tendiert etwas zum Pop, verliert sich dort aber nicht. Vielmehr spiegeln sich Einflüsse aus Ska, Reggae, Ragga und Rub-A-Dub wider. Also Musik für jeden Geschmack. Ein „Dancehall“-Album, das bezaubert und mitreißt. 40 Jahre und kein bisschen leise!

Anspieltipps:

  • Terror (September 11th)
  • (Ooh La, La, La) Let´s Go Dancin´
  • I Want I Do I Get
  • Jamaica Time
  • People
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