Yvonne Betz - Ich Ruf Nach Dir - Cover
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Yvonne Betz Ich Ruf Nach Dir


  • Label: BATB/Sony
  • Laufzeit: 61 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ist es denn die Möglichkeit? Da ist er ja schon wieder, der „Hans Dampf in allen Gassen“ der deutschen Musikszene: Xavier Naidoo! Diesmal als Musiker, Co-Songwriter und Produzent für das Debütalbum der Newcomerin Yvonne Betz. Fans des Mannheimer Popstars wissen, dass die 27-Jährige schon länger im Umfeld des Naidoo-Clans tätig ist und bereits als Duettpartnerin auf seinen Alben („Don’t give up“) und als Live-Backgroundsängerin für das ehemalige „3P“-Aushängeschild in Erscheinung trat.

Ihren Einstieg in die Musik-Branche hatte die aus Mannheim stammende Yvonne Betz im Herbst 2000 mit der Single „Kein Weg daran vorbei“, die der Titelsong des Kinofilms „Dolphins” von Farhad Yawari war. Davor war die Sängerin mit klassischer Gesangsausbildung Mitglied der Musical-Ensembles von „Der kleine Horrorladen“ (1997), „People” (1998) und „Dehoff & Friends” (1999). Ganz so neu ist sie also nicht in der Branche, obwohl sie das Singen lange Zeit nur als privates Vergnügen ansah. Doch Xavier Naidoo und Michael Herberger, der zweite von drei Produzenten des Debütalbums, hatten große Pläne mit Yvonne. Im Frühjahr 2002 startete Xavier Naidoo seine Solokarriere und nahm sie als Backgroundsängerin und Duettpartnerin mit auf Tour. Kurz danach, im April 2002, hatte sie ihren Uni-Abschluss in Soziologie und Erziehungswissenschaften in der Tasche und entschied sich tatsächlich dazu, Musikerin zu sein. Im Sommer 2003 begleitete Yvonne Xavier Naidoo als Support-Act auf der „Himmel über Deutschland“-Tour und stellte dem Publikum zum ersten Mal ihre eigenen Lieder, die sie in Zusammenarbeit mit Xavier Naidoo, Michael Herberger und Markus Born geschrieben hat, vor.

Auf ihrem Debüt „Ich Ruf Nach Dir“ tut sich Yvonne Betz als ambitionierte Songwriterin mit einfühlsamer Stimme hervor, die nicht in ausgelatschten Pop-Gefilden wandelt, sondern anspruchsvolle Musik darbietet, die sich am ehesten als „Alternativ Pop“ beschreiben lässt. Zwar sind die Fußspuren ihrer Vorbilder Tori Amos, Kate Bush und Fiona Apple (noch) etwas zu groß, doch auf ihrer natürlichen Ausstrahlung und einer soliden musikalische Ausbildung lässt sich einiges aufbauen. So gibt es auf dem 14 Tracks umfassenden Album jede Menge Abwechslung mit balladesken Stücken („Begleitet von Liebe“, „Es ist soweit“), rockigen Songs („Silber und Gold“), akustischen Schmankerln („Mittendrin“, „Bis du verstehst“), TripHop meets Klassik („Ich ruf nach dir“, „Niemand da“) und reinrassigen Popsongs („Regen fällt“). Dabei wurden für ein authentisches Klangerlebnis keine Kosten und Mühen gespart. So spielt in diversen Stücken das Filmorchester Babelsberg (dirigiert von Stefan Klieme) und ab und an auch Herr Naidoo persönlich mit.

Überhaupt kann mit einem Songschreiber wie Xavier Naidoo im Rücken, der immer für einen Hit gut ist und bei „Denk ich an dich“ auch als Duettpartner zur Verfügung stand, nicht viel schief gehen. Fazit: Mit „Ich Ruf Nach Dir“ ist der 27jährigen Mannheimerin ein sehr beachtliches Debüt geglückt, das der deutschsprachigen Popmusik durchaus neue Facetten abgewinnen kann.

Anspieltipps:

  • Niemand da
  • Es ist soweit
  • Bis du verstehst
  • Sag, wo bleibst du
  • Es ist nicht auszuhalten
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