Clueso - Gute Musik - Cover
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Clueso Gute Musik


  • Label: Four Music/SonyBMG
  • Laufzeit: 73 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Album zum Zuhören und Genießen.

„Gute Musik“: Ein Album zum Zuhören und Genießen von Clueso. Bei Clueso bekommt man noch etwas für sein Geld: Sage und schreibe 21 Stücke findet man auf seinem neuen Album „Gute Musik“ wieder und der Name ist Programm - eigentlich hätte er es ruhig „Sehr gute abwechslungsreiche Musik“ nennen können.

Seine erste Berührung mit der HipHop Kultur machte Thomas Hübner, so Cluesos bürgerlicher Name, wie so viele andere mit dem Film „Beat Street“, welcher auch in der ehemaligen DDR lief. Nach der Hauptschule begann Clueso – man höre und staune - eine Friseurlehre, doch die meiste Zeit ging für Breakdance und Freestyle-Rapperei drauf. 1996 gründete er dann zusammen mit DJ Castor und Stir M die Crew EFP 96, mit denen er auf kleinen Jams auftrat. Die funkigen, melodiösen Songs kreierte er selbst analog mit Sample CDs auf Musicmaker. Seine zweite Station war die Band „Wostok-MC’s“ mit Stir-M und DJ Malik. Die Wostok-MC’s gehörten dem Thüringer Wostok Mob an, der aus Sprühern, Breakern, Emcees und Deejays bestand und im „Kassablanca“ in Jena sein Hauptquartier hatte. Clueso bekam so die Möglichkeit, im Vorprogramm von den Beginnern und der Massiven Töne aufzutreten.

Seine Liebe zum Reggae entstand über das Ragga-Soundsystem „RötzlöffelsHifi“ und den Kollabos mit Künstlern wie Snaz und Metaphysics. Nachdem er den damaligen Manager von MC Rene Andreas Welskop begegnete, nahm er 1998 in Köln seine erste Maxi „Clüsolo“ auf. Die Möglichkeiten dort flashten ihn so sehr, dass er nach verbockter Friseurlehre gen Westen zog und wie es der Zufall so will lernte er bei der Eröffnung des 10vor10 Studios im August ’99 Philip Jakober kennen, dieser arbeitete bei Four Music. Cluesos Songs stießen auf Gegenliebe bei den Stuttgartern und Ende 2000 veröffentlichte er seine erste Single „Spiel da nich mit“. Clueso mixte dabei gekonnt seine HipHop- und Reggae-Einflüsse zu einem eigenständigen Sound. Ende April 2001 erschien dann endlich sein Debütalbum „Text und Ton“. Nach mehrjährigen „Selbstfindungsreisen“ durch alle Herren Länder folgte nun im Juni 2004 das zweite Album „Gute Musik“, auf dem Clueso die Weiterentwicklung seines eigenen Stils präsentiert.

Elemente aus Reggae, HipHop, Rocksteady und melancholischen Popadaptionen gemixt mit seiner rauchig-souligen Stimme sind die Hauptbestandteile des Albums. Textlich geht es in der Regel sehr poetisch zu und jeder Song widmet sich einem bestimmten Thema und Sound. Mit Westerngitarre als Begleitung geht es im Song „Gute Musik“ beispielsweise um die Freundschaft, die groß geschrieben wird im Leben des Clueso (benannt übrigens nach dem genialen wie tollpatschigen Inspektor Clouseau, gespielt von Peter Sellers). In „Dort Wo Du Wohnst“ begleitet ein jazziges Piano die Stimmen von Clueso und Delhia und macht den Track zu einem absoluten Höhepunkt der Platte. Eigentlich könnte man alle 21 Songs in ihre Elemente aufbröseln und feststellen, wie vielfältig und eigensinnig sie sind. Sprechgesang zu sanftem Reggae gibt es in dem Song „Love The People“, einer Kollabo mit Steer-M. Noch chilliger wird es bei „Vier Kleine Wände“, einer melancholischen Meisterleistung über Relaxen, Auszeiten und Musik als Rückhalt. Wer eher etwas zum Tanzen möchte, ist mit „Uh Girl“ bestens bedient – ein Song der ein wenig an Jamiroquai erinnern lässt.

Clueso gelingt mit „Gute Musik“ also ein mehr als gelungenes und vor allem sehr vielseitiges Nachfolger-Album und bringt dadurch mal wieder ein wenig Licht in die momentan eher triste Musiklandschaft Deutschlands.

Anspieltipps:

  • Gute Musik
  • Love The People
  • Bescheid
  • Wart’ Mal
  • Herz Boom Boom
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