Facelift - Pictures - Cover
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Facelift Pictures


  • Label: Pate Records/SBF
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Egal ob man das Cover mit dem kleinen Kind in der Blumenwiese nun besonders putzig oder einfach nur daneben findet, Facelift aus Graz polarisieren damit und regen zur Diskussion an. 1:0 für das Duo aus Österreich! Facelift wurden 1997 gegründet und veröffentlichten mit „She“ (1998) bisher ein Album. Mit „Pictures“ schob die Band Ende letzten Jahres ihr Zweitwerk nach, das nun nach Österreich, Frankreich und Kanada auch in Deutschland auf den Markt kommt. Andrea Orso (Vocals, Bass), Clemens Berger (Gitarre, Gesang, Bass, Keyboards, Samples) und ihre Special Guests Helge Murgg (Violine, Gitarre), Norbert Wallner (Drums), Daniel Sanleandro (Drums) und Peter Domainko (Drums) spielen alternativen Gitarrenpop, der in etwa mit dem Sound von Pyogenesis vergleichbar ist. Die Band selbst nennt ihren Stil „Hard-Pop“.

Ihre Konzertreisen führten Facelift quer durch Österreich, Slowenien, Ungarn, Deutschland, Holland, Skandinavien und Amerika - und „Pictures“ ist der Soundtrack zu einer Reise durch die bisherige Geschichte der Band. Orte, Plätze, Länder, Proberäume, Studios, Menschen, mit denen man einmal Musik gemacht hat bzw. noch macht. Diese Erfahrungen wurden in 12 Songs im Spannungsfeld zwischen Rock, Pop und Elektronik von Produzent Olaf Oebels eingefangen. Dabei erinnern die Melodieführungen einiger Songs in weniger guten Augenblicken an die Guano Apes („End of now“, „Sushy shades“) und in ganz schlechteren an Liquido („Await you“).

Doch das Hauptaugenmerk liegt auf frischem Gitarrenpop mit durchaus knackigen Riffs, der in Kombination mit Andrea Orsos Stimme äußerst reizvoll klingt („Go anywhere with you“). Darüber hinaus bietet das Album eingängige Titel, wie die erste Singleauskopplung „Groovy sound“, amtliche Independent-Schrammler („Alternative part 2“), verträumte Balladen („März“), elektronische Spielereien („Cactus abyss“) und als besonderes Schmankerl einen psychedelischen TripHop-Track („Diving through my deep blue jeans“). Die Mischung stimmt jedenfalls. Und trotz der stilistischen Vielfalt ist „Pictures“ jederzeit eine harmonische Angelegenheit. Nein, schlecht ist das wirklich nicht, was Facelift hier fabrizieren – allerdings auch kein absoluter Pflichtkauf.

Wer auf alternative Gitarrenmusik mit leichtem Elektronikeinschlag steht, bekommt mit „Pictures“ ein stimmiges Album serviert, das neben zwei, drei kleineren Ausfällen auch eine gute Hand voll überdurchschnittlicher Songs bereithält. Warten wir einfach mal ab, wie das Echo in den deutschen Medien ausfällt. Mit etwas Glück ist für Facelift noch einiges drin.

Anspieltipps:

  • März
  • Sofa song
  • Groovy sound
  • Gone with me
  • Go anywhere with you
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