Franky Kubrick - Rücken Zur Wand - Cover
Große Ansicht

Franky Kubrick Rücken Zur Wand


  • Label: Epic/SONY
  • Laufzeit: 64 Minuten
Artikel teilen:
9/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Wortwitz, Tiefgang und jede Menge Talent: Frank Werner aka Karibik Frank aka Franky Kubrick gelingt mit seinem Debütalbum „Rücken zur Wand“ ein wahres Schmuckstückchen wie aus besten deutschen HipHop Zeiten. Der gebürtige Saarländer zog zur Jahrtausendwende in die Deutschrap-Metropole Stuttgart um dort an seinen Skillz zu feilen. Nach eigenen Angaben war es die Stadt, die seinen innovativen Style, der HipHop mit R'n'B auf hoher Ebene vermischt, formte. 2000 wurde er vom Label Kopfnicker Records unter Vertrag genommen, getreu dem Eimsbush-Vorbild wurden die Rapper der zweiten Garde gesignt, um unter den Fittichen der „Großen“ ihren Style auszuarbeiten. Resultat bezüglich Karibik Frank war seine 2001 erschienende EP mit dem Namen „Psychisch Frank“, auf der seine Perfektion und seine hervorragenden Freestyle-Skillz erstmals zum Vorschein kamen.

Erstaunlich ist auch das Ansehen, das der junge Stuttgarter im deutschen Biz hat. Neben guten Kontakten zu den Fourmusic-Mitgliedern gibt es auch Respect an MC Rene, Spax, FlowinImmo, D-Flame, Xavier Naidoo, Savas und Toni L. Genre- und Städteübergreifend, eher ungewöhnlich fürs Rapgame. Selbst Sido von der Sekte, der nicht gerade bekannt dafür ist, über den Westberliner Tellerrand hinauszublicken, arbeitete 2003 mit Kubrick zusammen. Das Ergebnis dieser Session findet sich aber leider auf keinem Album wieder. Mit seinem musikalischen Wegbegeleiter Fetsum vollendete Franky Kubrick nun endlich sein Debütalbum „Rücken zur Wand“, welches seit Ende Juni in den Läden steht und die Fans der guten alten Benztown-Zeiten vollends zufrieden stellen sollte.

Nach dem Intro, welches einer Boxkampfansage gleicht, präsentieren Franky und Fatsum gleich einen perfekten Mix aus R’n’B und Rap im Song „Rücken zu Wand“. Der nächste Song „Superstar“ ist dann schon eins der Highlights des Albums, bei dem mit feinstem Sarkasmus eine zynische Hommage an Vanilla Ice, MC Hammer und Daniel Küblböck geboten wird. Das nächste Highlight folgt zugleich: „Prost Drauf“ fährt mit einem Jackson 5-Beat und einem Gospelchorus auf, textlich geht es wieder reichlich augenzwinkernd um eine Selbstverherrlichung der eigenen Person.

Weiter geht es mit voller Themenbreite: Trennungsschmerz in „Alles Cool“, Untreue in „Victorias Secrets“ oder die Liebe zu seinem Kind in „Kinderaugen“, in dem er übrigens von seinem leiblichen Sohn Quentin gefeatured wird und ebenfalls zu den Highlights des Albums zählt. Für die sehr innovativen Beats des Albums sind neben Kolchose-DJ Emilio, Brisk Fingaz von MB1000, Schema und Yvan auch der kroatische Beatbastler Dash verantwortlich. Franky Kubrick gelingt mit „Rücken zur Wand“ summa summarum ein perfektes HipHop-Album mit Wortwitz und Tiefgang zugleich und lässt (ein wenig schmerzvoll) an die guten alten Zeiten erinnern, als in Hamburg noch die Mongo-Clikke und in Stuttgart die Kolchose den guten Ton angaben. Für all diejenigen, die auf den momentan angesagten Gangsta-Rap vorzugsweise aus Berlin keinen Bock haben, ist das Album daher ein wahrer Hörschmaus.

Anspieltipps:

  • Superstar
  • Prost Drauf
  • Hol Ihn Back
  • Kinderaugen
Neue Kritiken im Genre „HipHop/Rap“
7/10

Gebäck In The Days: Live In Hamburg
  • 2017    
Diskutiere über „Franky Kubrick“
comments powered by Disqus