Kassühlke - Weggeträumt - Cover
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Kassühlke Weggeträumt


  • Label: Warnow-musix Limited
  • Laufzeit: 61 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit 12 Jahren die erste Gitarre, mit 14 der Plan Berufsmusiker zu werden. Bandgründung zusammen mit dem Bruder, Live-Auftritte, diverse Besetzungswechsel, erste Plattenaufnahmen – der Werdegang des seit zwei Jahren als „Kassühlke“ aktiven Musikers aus Rostock ließt sich nicht viel anders, als der der meisten Musikschaffenden, die ihr Hobby zum Beruf machen wollen. Inzwischen ist der Songschreiber solo unterwegs und seit April 2004 ist auch das erste, selbstproduzierte Album von Kassühlke erhältlich. Doch bevor ihr den Plattenladen Eures Vertrauens oder den nächstbesten Online-Store stürmt, muss gesagt werden, dass das „Weggeträumt“ betitelte Album vorerst nur über die Homepage und auf den Konzerten von Kassühlke erhältlich ist.

Für „Weggeträumt“ hat Kassühlke (Gesang, Bass, Keyboards) zusammen mit Jonas Steben (Drums), Matthias Kriesen (Gitarre), Manuel Kassühlke (Keyboards, Gesang) und Jörg Hoffmann (E-Gitarre) zehn Songs eingespielt, deren Titel jeweils nur aus einem Wort bestehen. Nette Idee. Kassühlke und Co. präsentieren auf ihrer ersten CD handgemachte, anspruchsvolle Popmusik, die sich weitab von ausgetrampelten Mainstream-Pfaden bewegt und zum konzentrierten Hinhören und Entdecken genauso eignet, wie zum gepflegten Nebenbeihören. Ein wirklich gelungenes Album, zu dem es nur einen kleiner Kritikpunkt gibt: Einige Stücke fallen mitunter etwas zu lang aus. Gleich vier Songs haben eine Spielzeit von über 6 Minuten, was auf eine sehr progressive Auslegung von Popmusik schließen lässt. Tatsächlich sind nicht alle Kompositionen für diese unverhältnismäßig lange Spielzeit ausgelegt. Die Stücke mäandern in diesen Fällen etwas ereignisarm vor sich hin und retten sich von Refrain zu Refrain. Das klassische 3½ Minuten Pop-Format würde diesen Songs aus meiner Sicht besser zu Gesicht stehen.

So ist „Heimlichsein“ im Prinzip ein wunderschöner Song mit tollen Harmonien, der mit über 6 Minuten Spielzeit aber viel zu sehr in die Länge gezogen wird. Hier wäre weniger tatsächlich mehr gewesen, was der Künstler anscheinend auch selbst bemerkt hat, da das Album als Bonus zwei gekürzte Radioversionen von „Zeitraum“ und „Weggeträumt“ enthält. Und siehe da: es funktioniert! Wird die Spielzeit dagegen abwechslungsreich ausgefüllt, wie bei den herausragend arrangierten „Zeitraum“ und „Schirmlos“, die schon fast jazzig daherkommen und schon mal eine krachende E-Gitarre oder ein cooles Basssolo featuren, zeigt sich das ganze Können von Kassühlke. Doch auch kompakte Stücke wie „Ungenügend“, die nicht extra eingedampft werden mussten, wissen voll und ganz zu überzeugen.

„Weggeträumt“ ist ein tolles Debütalbum, das es hoffentlich in den regulären Handel schafft. Dazu muss natürlich ein Label bzw. ein Vertriebspartner gefunden werden. Und sollten die Herren von der Plattenfirma dann nicht allzu sehr am Oeuvre von Kassühlke herumdoktern (bis auf die Songlängen vielleicht….), können sich vielleicht schon bald sehr viele Menschen an der Musik des Rostockers erfreuen, sodass sich der Künstler seinen Traum vom Kanzlerauto „Phaeton“ erfüllen kann.

Anspieltipps:

  • Zeitraum
  • Schirmlos
  • Liebesblind
  • Ungenügend
  • Heimlichsein
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