Ana Johnsson - The Way I Am - Cover
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Ana Johnsson The Way I Am


  • Label: Epic/SONY
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Normalerweise reagieren Plattenfirmen auf musikalische Trends wie die Feuerwehr auf einen Notruf: Die Talentspäher rücken sofort aus und nehmen alles Vergleichbare, was nicht bei drei auf dem Baum ist, unter Vertrag. Und zwar so lange, bis den Konsumenten der vermeintliche Trend wieder zu den Ohren herauskommt. Trotzdem werden noch immer wie wild Britney-Spears-Klone auf uns losgelassen oder talentfreie Nu-Rock-Kapellen gesignt. Und jetzt, zwei Jahre nach dem Mega-Erfolg von Avril Lavigne, werden auch langsam die ersten, mehr oder weniger stilistisch gleichen Ableger des „Skatergirls“ erkoren.

Was sich im Fall der estländischen Girlband Vanilla Ninja („Don’t go too fast“) noch als komplett peinliches Unterfangen herauskristallisiert, wirkt im Fall der Schwedin Ana Johnsson schon etwas gehaltvoller. Allerdings ist das blonde Mädchen aus der Provinz Värmland mit 26 Jahren auch nicht mehr unbedingt der Sparte Teen-Pop zuzurechnen. Als Gewinnerin der schwedischen Ausgabe des Casting-Events „Popstars“ im Jahr 2001 (zusammen mit der Gruppe Excellence), sollte Anas Weg ursprünglich in den Pop- und R&B-Bereich gehen. Doch sie stellte schnell fest, dass diese Art von Musik nicht ihr Ding war. Sie trennte sich im Sommer 2002 von Excellence, die immerhin ein Gold-Album und eine ausverkaufte Tournee aufweisen konnten, um an eigenen Songs zu arbeiten, die deutlich rockiger ausfallen sollten.

Als die Songwriter Marcus Black und Leif Larson (A-Teens, Marie Fredriksson) auf Demobänder der 26-Jährigen aufmerksam wurden, vereinbarten sie direkt eine Zusammenarbeit, aus der die erste Single „The way I am“ resultierte, die im Herbst 2003 in die schwedischen und im Frühjahr 2004 in die deutschen Charts einstieg. „The way I am“ basiert auf treibenden Gitarrenriffs und einer prägnanten Radio-Pop Hookline, weshalb der Song auch als Trailer-Musik der Sat.1-Kampage „Absolut Frühling“ ausgewählt wurde. In der Zwischenzeit machte sich das Team auf die Suche nach einem Plattendeal für ein Album. Dabei stießen die Drei auf das Produzentenduo „Ghost“, bestehend aus Johan Ekhé und Ulf Lindström (Leah Haywood, Robyn, Sadie), das ebenfalls in die Arbeiten integriert wurde. So entstanden 14 Songs für das „Cuz I Can“ betitelte Album, das in Schweden im April 2004 in die Läden kam. Für den deutschen Markt wurde das Album etwas umgestellt und in „The Way I am“ umgetauft.

„Anything goes“ ist dabei das Motto. Und tatsächlich bringt die junge Schwedin frischen Wind in die Popszene. Tracks wie „We are“ (aus dem „Spider-Man 2“-Soundtrack), „Life“ und „Coz I can“ rocken einfach herzerfrischend ab und sollten Avril Lavigne eine Warnung sein, dass die Konkurrenz nicht schläft. Doch noch muss sich das „Skatergirl“ aus Kanada keine Sorgen machen. Denn dazu fehlen Ana Johnsson einfach noch ein paar hochkarätige Songs mehr, als die drei, vier herausragenden Stücke auf „The Way I Am“. Trotzdem ist das Album eine vergnügliche Angelegenheit – ein leckerer Schwedenhappen für Zwischendurch sozusagen. Ana Johnsson gibt sich betont rockig und würzt ihre Songs mit anständigen Gitarrenriffs und poppigen Melodien, die zwar sehr radiofreundlich, aber nie süßlich sind. Das könnte durchaus reichen, um die 26-Jährige als neuen Pop/Rockstar zu etablieren. Schließlich hat Ana ein großes Label im Rücken, das für sie sogleich einen großen Deal einfädelte, indem man sie auf den „Spider-Man 2“-Soundtrack buchte und ihr die Ehre der ersten Singleauskopplung zuteil werden ließ.

Anspieltipps:

  • Life
  • We are
  • The way I am
  • Here I go again
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