Jesse Malin - The Heat - Cover
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Jesse Malin The Heat


  • Label: One Little Indian
  • Laufzeit: 51 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Im Oktober 2002 lieferte er mit „The Fine Art Of Self Destruction“ eines der besten Singer-/Songwriteralben der letzten Jahre ab und ist 18 Monate später immer noch ein Geheimtipp: Jesse Malin. Gerecht ging es im Musikbusiness eben noch nie zu. Deshalb heißt es für den ehemaligen „D Generation“-Frontmann und besten Kumpel von Ryan Adams, nicht aufstecken und nachlegen. Dies tut der New Yorker mit „The Heat“, seinem zweiten Soloalbum, bei dem nicht nur Buddy Ryan Adams als Studiomusiker aushalf und für „supersonic production guidance“ zuständig war. Auch Songwriterkollege Pete Yorn („Music For The Morning After“, „Day I Forgot“) steuerte ein paar Background Vocals zu „The Heat“ bei.

Für das Album wurden im November 2003 in den Stratosphere Studios in New York City 14 Tracks aufgenommen. Und obwohl man sich diesmal mehr, als die berühmte eine Woche, wie bei „The Fine Art Of Self Destruction“, Zeit ließ, bleibt alles wie gehabt. Jesse Malins Stimme packt den Hörer schon nach wenigen Sekunden und nimmt ihn mit auf des Songwriters sehnsüchtigen „New York City Blues Trip“. Dabei präsentieren auch die neuen Stücke wie „Swinging man“ und „Mona Lisa“ höchst interessantes Songwriting, das den Hörer nicht mit vordergründigen Melodien anspringt, sondern kongeniale Refrains so geschickt versteckt, dass man in Entdeckerlaune gerät. Das macht süchtig nach mehr! Und Jesse gibt uns mehr davon: In sanfte Psychedelica getauchte Rock-Meisterwerke („Silver Manhattan“), an den frühen Bruce Springsteen gemahnende Songs („About you“, „Arrested“), gepflegter Noise-Pop („New world order“, „Since you’re in love“), leidenschaftliche Akustikballaden („Block island“, „Going out west“), treibende Rocksongs („Hotel Columbia“, „Scars of love“) und kleine Singer-/Songwriterperlen („Basement home“).

Jesse Malin knüpft mit seinem Zweitwerk nahtlos an die Qualität seines Debüts an und kredenzt erneut ein Feinschmeckermahl für Singer-/Songwriterfreunde. Er stellt nachdrücklich unter Beweis, dass es sich bei seiner Musik nicht um Rock für alte Männer handelt, sondern um frische Nachwuchskunst, von der Genrefreunde nicht genug bekommen können. Im Fahrwasser von Bruce Springsteen, Neil Young, Steve Earle und Tom Waits – Malins musikalische Vorbilder – wächst ein neues Riesentalent heran, das hoffentlich noch lange solche Platten wie „The Heat“ produziert, auch wenn es ihm nicht vergönnt sein mag, in den Charts eine Rolle zu spielen.

Anspieltipps:

  • Mona Lisa
  • Block island
  • Scars of love
  • Swinging man
  • Silver Manhattan
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