Michael Mittermeier - Paranoid - Cover
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Michael Mittermeier Paranoid


  • Label: Spassgesellschaft/Sony Music
  • Laufzeit: 69 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Fans von Michael Mittermeier werden wohl auch an „Paranoid“ gefallen finden, wenn es auch seine bisher schwächste Darbietung ist.

Der Name Michael Mittermeier bedarf wohl keiner langen Worte, ist die bayrische Frohnatur doch in deutschen Landen längst bekannt wie ein bunter Hund. Der seit den späten Achtzigern aktive Comedian schaffte den endgültigen Durchbruch 1996 mit seinem Programm „Zapped“, einer Comedy-Ode an sämtliche TV-Klassiker und -Verbrechen der letzten Jahrzehnte. Man kann ruhig behaupten, sein Auftritt prägte die Comedy-Landschaft in Deutschland wesentlich, denn zahllose Ableger seines Humors sprießen immer noch wie Pilze aus dem Boden.

Nach seinem 2000er Werk „Back To Life“ und dem musikalischen Spin-Off „Mittermeier And Friends“, kehrt der „Michl“ nach zwei Jahren Abstinenz von der Unterhaltungsbranche nun mit neuem Programm und der dazugehörigen, frisch gepressten Audio-CD zurück in unsere Wahrnehmung. Mit „Paranoid“ konfrontiert Mittermeier sein Publikum und die daheimgebliebenen Zuhörer erneut mit allerlei Sinn und Unsinn des Lebens. Von der amerikanischen Außenpolitik, bis zu der Frage, warum Frauen das Wort „Western“ nicht aussprechen (wollen). Allerdings lässt sich viel zu schnell ein ähnliches Schema wie bei „Back To Life“ erkennen, nämlich: Drogen, Kirche, Frauen. Auch durch den exorbitanten Gehalt an bösen F-Wörtern und weiteren Verbalinjuriieren, werden die wirklich guten Lacher ab und zu überhört. Deshalb schwankt der Niveaupegel leider viel zu oft zwischen „echt witzig“ und „aus der untersten Schublade“. Während die Gespräche mit den drei „Kakerlaken–Amigos“ beispielsweise doch recht unterhaltsam sind, wirken dagegen die viel zu langen Scherze über Angela Merkels äußerliches Defizit einfach nur plump und langweilig.

Auch Mittermeiers ständige Absonderung merkwürdiger Laute und Gesänge nervt eigentlich mehr, als dass es Heiterkeit erzeugt. Dennoch hat das Programm auch Vorzüge zu bieten. Zum Beispiel ist Aufpassen angesagt, denn Mittermeiers große Stärke ist es, vorangegangene Themen in ein Neues mit einfließen zu lassen und damit gelingen ihm einige Volltreffer. Dadurch wird der Zuhörer immer wieder aus einer, sich vielleicht schon einschleichenden Lethargie, herausgerissen. Somit gleicht das Ganze einer Achterbahnfahrt, mit Höhen, aber leider auch genauso vielen Tiefen, bevor Mittermeier am Ende seines Programms wiedereinmal alle möglichen Themen des Abends in einen Topf wirft und einen kruden, musikalisch untermalten Mix erzeugt. Und während er sein Resümee zieht, fragt sich auch der Zuhörer, ob das nicht vielleicht das letzte große Programm Michael Mittermeiers war. Denn so richtig zu begeistern weiß er leider nicht mehr, dafür ist diese Show einfach zu schwach. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der (übrigens recht schöne) Schlusssong „Wise up“ an die Henry-Maske-Ode „Time to say goodbye“ erinnert.

Fazit: Fans von Michael Mittermeier werden wohl auch an „Paranoid“ gefallen finden, wenn es auch seine bisher schwächste Darbietung ist. Allen anderen sei gesagt, dass man sich auf „Paranoid“ einlassen kann, mit „Back To Life“ und „Zapped“ aber besser bedient ist.

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  • Graue Zeiten
  • Die mit dem Wolf tanzt (feat. Eastie Kevin & Dirty Dörte)
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