Slipknot - Vol. 3: The Subliminal Verses - Cover
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Slipknot Vol. 3: The Subliminal Verses


  • Label: Roadrunner/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 60 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Balladen! Ich wiederhole: B.A.L.L.A.D.E.N. Und zwar aus der Feder von Slipknot. Schockschwere Not! Tja, liebe Metal-Freunde, alles geht einmal zu Ende. Schluss, Aus, vorbei mit 60 Minuten Aggro-Geballer am Stück. Denn auch die Psychopaten aus Des Moines, Iowa entwickeln sich weiter – ob es euch passt oder nicht. Produzent Rick Rubin (Slayer, System Of A Down, Johnny Cash, Red Hot Chili Peppers, Audioslave) sei Dank. Tatort des vermeintlichen Frevels: „Volume 3: (The Subliminal Verses)“, das dritte Majoralbum nach dem in Eigenregie veröffentlichten „Mate, Feed, Kill, Repeat“ von 0, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 und 8 - wie sie sich selbst bezeichnen – bzw. von Joey Jordison (Drums), Sid Wilson (DJ), Paul Gray (Bass), James Root (Gitarre), Shawn Crahan (Percussions), Mick Thompson (Gitarre), Chris Fehn (Percussions), Craig Jones (Sampling) und Corey Taylor (Vocals), wie die Bande im richtigen Leben heißt.

Stamm-Produzent Ross Robinson (Machine Head, Soulfly, Korn) durfte diesmal nicht ran und musste seinen Hut nehmen (und kam überraschenderweise bei The Cure unter), damit die untereinander zerstrittenen Slipknot eine neue Herausforderung in einem vielleicht finalen Anlauf zum perfekten Metal-Album fanden. Aufgenommen wurde das Werk in Laurel Canyon, L.A., direkt in Rick Rubins sagenumwobenen Houdini Mansion Studios, in denen es Gerüchten zufolge spuken soll. Man konnte also gespannt sein, was Sound-Magier Rubin den Herren 0 bis 8 für Töne herauslocken würde. Und siehe da: Hatten Slipknot im Mai 2004 mit „Duality” noch eine relativ überraschungsarme, aber nicht minder starke Single auf die Hörer losgelassen, die mit treibenden Riffs und einer einprägsamen Melodie genau die richtigen Ingredienzien darbot, lädt bereits das Intro zu „Volume 3: (The Subliminal Verses)“ zum gepflegten Staunen ein. Der Opener „Prelude 3.0“ präsentiert nämlich kein aggressives High-Speed-Gebolze, sondern ein atmosphärisch getragenes, fast schon progressives Metal-Inferno, das nach vier Minuten direkt in den Blast-Beat-Knaller „The blister exists“ mündet. Ein infernalisches Gewitter, das im Mittelteil kurz das Tempo rausnimmt, um die E-Gitarren effektvoll wie Maschinengewehrsalven knattern zu lassen.

Ja, was denn nun? Doch keine konsequente Weiterentwicklung? Doch, doch! Nur wollte es sich die Band mit der großen Fangemeinde von „Slipknot“ (1999) und „Iowa“ (2001) offensichtlich nicht verderben. Und deshalb stehen reinrassige Thrash-Metal-Klumpen, bei denen sich Corey Taylor die Seele aus dem Leib schreit („Three Nil“) in Einklang mit ruhigen Stücken wie „Circle“, das von akustischen Gitarrenklängen und einem sehr gemäßigt singenden Corey Taylor getragen wird. Tatsächlich haben sich auf das dritte Roadrunner-Album von Slipknot zwei Balladen geschlichen. Das bereits erwähnte „Circle“ und „Vermillion Pt. 2“, der feinmotorische Gegenpart zum klaustrophobischen Stück „Vermillion“, in dem Slipknot in die Gestalt eines Stalkers schlüpfen und von dessen tragischer Verehrung erzählen. Ansonsten geben aber die gewohnt harten Uptempo-Klänge den Ton an. „Welcome“, „Before I forget“, „The virus of life“ – Slipknot-Songs knüppeln noch immer voll auf die Zwöl und entfachen ein Gefühl von Bedrohung und roher Gewalt. Dafür kann man sich und seine Fans ruhig mal selbst feiern. Und „Pulse of the maggots“ – eine Hymne an den Wahnsinn und an alle Slipknot-Fans – liefert den passenden Soundtrack dazu.

Im Kern sind Slipknot sich selbst und ihren Roots treugeblieben. Mit brutalem Thrash- und Nu-Metal walzen die Neun alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellt. Rick Rubins Aufgabe bestand lediglich darin, das musikalische Stahlmantelgeschoss etwas in seiner Fahrt zu bremsen und mit differenzierten Klängen anzureichern. Das hat er nachweislich geschafft. Zwar werden Slipknot dadurch nicht gleich zu Everybody’s Darling, denn auf Dauer ist auch „Volume 3: (The Subliminal Verses)“ nur schwer zu ertragen. Aber Rubins musikalische Wurzelbehandlung hat dem Band-Sound hörbar gut getan.

Anspieltipps:

  • Circle
  • Duality
  • Vermillion
  • Prelude 3.0
  • The blister exists
  • Pulse of the maggots
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