Vanilla Ninja - Traces Of Sadness - Cover
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Vanilla Ninja Traces Of Sadness


  • Label: Sony Music
  • Laufzeit: 60 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Vanilla Ninja ist eine aus vier Estinnen bestehende Girlband, die in ihrem Heimatland im vergangenen Jahr mit ihrem Longplayer „Traces Of Sadness“ einen ungeheuren Erfolg verzeichnen konnte – sie hielten ganze sechs Monate lang die Spitzenposition der Charts. Mit ihren Singles „Tough enough“, „Don’t go too fast“ und „Liar“ waren sie auch in den Top 30 der deutschen Singlecharts vertreten. Nach monatelangem Warten – die erste Single wurde bereits im vergangen Jahr veröffentlicht, erscheint jetzt im Sommer 2004 endlich der Longplayer.

Zunächst einmal macht die Band einen durchaus sympathischen Eindruck – gerade junge Mädchen, die nichts auf das typische Gehabe der sogenannten „Pop-Prinzessinnen“ gegeben und ein eher „starkes“ Frauenbild haben, sollen angesprochen werden (auch wenn das Image der Band manchmal etwas aufgesetzt wirkt). Die beste Stimme der Ninjas hat wohl Piret, die von allen Badmitglieder am natürlichsten wirkt. Maarjas Stimme klingt in manchen Songs etwas unangenehm, die anderen beiden Mädchen gehen in der Band, wie auch auf dem Album, mehr oder weniger unter. Trotzdem passen die Songs auf „Traces Of Sadness“ perfekt zum Image der Band, haben Hitpotenzial und hören sich auch richtig gut an. Leider wirkt das Album dabei sehr unpersönlich – nicht zuletzt weil keines der Mädchen auch nur an einem einzigen Song selbst mitgeschrieben hat – die Tracks wurden allesamt von einem dreiköpfigen Team für die Band geschrieben. Und genau aus dieser Drei-Mann-Produktion resultiert auch letztendlich ein Mangel an Vielfalt. Für sich genommen sind die einzelnen Stücke gut, aber sie sind sich zu ähnlich, eines klingt wie das andere, Abwechslung gibt es kaum.

Einzig und allein die wunderschöne Powerballade „When the Indians cry“ sticht aus dem Einheitsbrei hervor. Sie ist auch der beste Track des Albums, dicht gefolgt von den wirklich guten Rock/Pop-Song „Wherever“. Weitere gelungene, rockige Tracks sind „Looking for a hero“ und „Destroyed by you“. Eine schöne Melodie weist auch „on’t go to fast” auf, und wer mehr auf härtere Rocknummern steht, ist mit „Liar” und „Metal queen” wohl am besten bedient. Neben den zwölf Tracks enthält das Album als Bonus die Extended Versions von „Heartless“ und „Traces of Sadness“, sowie die Musikvideos zu den ersten beiden Singles „Though enough“ und „Don’t go too fast“, was die CD in ein etwas positiveres Licht rückt. Auch das Booklet ist mit vielen Bildern, „Autogrammen“ der Bandmitglieder und allen Lyrics für den echten Vanilla-Ninja-Fan recht gut bestückt.

Man sieht: Auf „Traces Of Sadness“ befindet sich durchaus brauchbares Material und für sich genommen sind viele der Tracks nicht schlecht. Das Problem liegt hauptsächlich in der zu starken Ähnlichkeit der Songs untereinander und der Unpersönlichkeit des ganzen Albums sowie in der – zugegebener Maßen – manchmal etwas peinlichen Inszenierung der Band. So hinterlässt die CD durchaus gemischte Gefühle. Eine definitive Alternative zum Album sind deshalb die Maxi-CDs. Tipp: Vor dem Kauf von „Traces Of Sadness“ sollte man die CD ein, zwei Mal Probehören, um dann zu entscheiden.

Anspieltipps:

  • Tough enough
  • Wherever
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