Lüül - Damenbesuch - Cover
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Lüül Damenbesuch


  • Label: Grundsound/INDIGO
  • Laufzeit: 57 Minuten
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10/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Eigenwillig, modern – altmodisch, kapriziös, deutsch. Lüül erzählt erlebte Geschichten und Episoden, berichtet von seinen unzähligen Reisen und dies mit großem Anspruch und Bedürfnis. Lutz Ulbrich, alias Lüül, ist für wahr kein Unbekannter. Zumindest was die Berliner Musikszene betrifft. Geboren 1952 in der heutigen Hauptstadt, bestimmt die Musik schnell sein Leben. Mit 12 geht’s zum Gitarrenunterricht, mit 15 ab auf die Bühne – erste Formation „Agitation Free“ (Avantgarde-Music), zweite Formation „Ash Ra Tempel“ (Psychedelia- und Elektro-Music), diverse Tourneen.

Große Liebe – an seiner Seite seit Mitte der Siebziger, die „Velvet Underground“-Sängerin Nico, mit der er nicht nur Tisch und Bett teilt, sondern auch diverse Bühnen und Plattenstudios. Sein erstes Solowerk „Lüül“ veröffentlicht Lutz 1981, ein Zweites erscheint 1983 unter dem Titel „Und Ich“. Im gleichen Jahr wechselt er etwas das Fach und wird Mitglied und Komponist des Reineke Fuchs Theaters (Rocktheater). Diverse Auftritte und Tourneen mit Ash Ra, Agitation Free, Nico und natürlich solo stehen in all den vergangenen und noch folgenden Jahren als Termin im Kalender. 1993 starten Lutz Ulbrich und Nico eine neunmonatige Südamerikareise, die seine Zukunft ordentlich und gründlich prägen und formen sollte. Zurück in „Good Old Germany“ entsteht 1996 sein drittes Solowerk „Mond von Moabit“. 1996 steigt Lutz als Banjospieler beim Salonorchester „17 Hippies“ ein. Sein viertes Soloalbum veröffentlicht er 1997 – „Ahoi“. Einige Alben-Veröffentlichungen mit diversen Formationen stehen auf dem Programm, europaweite Tourneen, Festivals und vieles andere mehr. Mit den „17 Hippies“ steuert Lutz im richtigen Fahrwasser. Halb Europa liegt dem Salonorchester zu Füßen. Letzte VÖ mit den „17 Hippies“ – 2004 „IFNI“.

Das war Lüül, kurz und knapp und im Groben, gestern, das ist Lüül heute – Damenbesuch. Ein Hauch von Neuer Deutscher Welle! Lutz Ulbrich hat die Lyrik – „... wo sind sie geblieben, die rastlosen Seelen? Und warum ist keiner mit Ihr mehr hier...?“, „... du bist das Glück die Mutter aller Ziele, du bist der Zauber dem ich gern erlieg, du bist die Quelle all meiner Gefühle...“, „mach das Leben schön, höre nur auf dich. Lass alles andre weg, du hast es in der Hand...“ und viel Dichtkunst mehr. Lüül klingt nicht nur deutsch, Lüül ist deutsch. Ein Hauch von „Neuer Deutscher Welle“, etwas Polka, etwas Skiffle, etwas Ballade, ein Spritzer Rock ’n Roll. Akustische Kompositionen an Banjo, Klavier, Akkordeon, Kontrabass und Violine. Hier und da etwas Blech und Perkussion. Mal ein Didgeridoo oder eine Maultrommel, mal eine Klarinette oder eine Slide Gitarre, mal einfach nur Mund-Perkussion. Handgemacht, gefühlsbetont – mit Schwung und Elan – locker und verliebt, lebendig, körperlich greifbar. Eine eben mal so dahingespielte Melodie.

„Es sind – wie es üblich ist in den Kneipen und Kaschemmen, die Lüül zu allen Zeiten seines abwechslungsreichen Lebens bisher kennen gelernt hat – viele Herren darunter. Und ungewöhnlich viele Damen dazu“. Ein besonderer Dank an einige Mitstreiter, die für das Album „Damenbesuch“ ihr Bestes gaben – sie unterstützen vorzüglich: Kerstin Kaernbach (Violine), Klaus Janek (Bass), Kruisko (Akkordeon), Uwe Langer (u.a. Blech), Chris Dehler (Didgeridoo) und einige mehr der 17 Hippies.

Anspieltipps:

  • Kalalau Trail
  • Untergang
  • Cherry Road Woman
  • Neulich im Puff
  • Mach das Leben schön
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