Regicide - Viorus - Cover
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Regicide Viorus


  • Label: Fame Recordings/BMG
  • Laufzeit: 54 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

CD-Rezensionen von absoluten Newcomern sind oftmals recht puristische Angelegenheiten. Es gibt kaum verwertbare Infos, geschweige denn eine Discographie und die Musik muss sich der Rezensent erst „erarbeiten“, um ein Statement darüber abgeben zu können. Alles in allem kein Zuckerschlecken. Aber man kann ja nicht jeden Tag ein Album von, sagen wir mal, Nightwish besprechen, womit der erste Wink mit dem Zaunpfahl gegeben wird, wo das Debütalbum der norddeutschen Kapelle Regicide in etwa einzuordnen ist: symphonisch angehauchte Rockmusik mit einer kleinen Priese Gothic und einem guten Schuss Metal.

Auch aufgrund der Besetzung an den Mikrophonen, mit einer markanten weiblichen Stimme (Frauke Richter) und einem männlichen Gegenpart (Timo Südhoff), liegen Regicide voll im Trend klanglich verwandter Erfolgsbands wie Nightwish, Evanescence und Within Temptation. Doch die siebenköpfige Gruppe - weiterhin bestehend aus Heiner Jaspers (Klavier), Jonna Wilms (Violine), Jan Janssen (Gitarre), Christian Hanke/Malte Hunold (Bass) und Til Kasmann (Drums) - kreiert einen durchaus eigenständigen Soundkosmos, der von Produzent Chris Wolff (Sub7even, Within Temptation, 4Lyn, Rage) mit einem amtlichen Klang versehen wurde.

So ist der Duett-Gesang der beiden Vokalisten das offensichtlichste Merkmal auf dem „Viorus“ betitelten Debüt. Die beiden prägen den Sound der Band, wechseln sich ab, singen einstimmig, mehrstimmig, mal kraftvoll, dann wieder introvertiert oder verträumt. Hier findet man in Verbindung mit den wehmütigen Violinenparts von Jonna Wilms und dem dramatischen Klavierspiel Heiner Jaspers alle Schattierungen großer Emotionen. All dies basiert auf dem kraftvollen Fundament der Rhythmussektion um Gitarrist Jan Janssen, Bassist Christian Hanke (der inzwischen aufgrund persönlicher Differenzen durch Malte Hunold ersetzt wurde) und Schlagzeuger Til Kasmann.

Regicide bieten auf ihrem ersten Album eine gelungene Mischung aus rockigen Tracks, wie dem Opener „Behind his eyes” und „Viorus“, melancholischen Balladen wie „Funeral of tears“ und „Along the way“ und raffiniert arrangierte Songs wie „Mastery demise“, das mit seiner vertrackten Rhythmik, dem Sprechgesang und seiner Atmosphäre an „Der Herr der Ringe“ erinnert. Das epische 11½-Minuten-Stück „An embracing space – Part 1 & 2“ lotet die Bandbreite von anfänglich ruhiger Atmosphäre, später dann aufwühlenden Passagen und einer rockigen Grundausrichtung komplett aus. Das alles in enger Verbindung zum ambitionierten Text, der sich um den schwierigen Umgang mit Schizophrenie dreht.

Der siebenköpfigen Band aus Oldenburg liefert mit „Viorus“ ein gutes Debütwerk ab, das sich vor seinen berühmten Vorbildern nicht verstecken muss. Ihr Sound zwischen Gothic und Folk ergibt eine interessante Mischung, den die Band selbst als „Violin-Rock“ beschreibt. Das trifft es am Ende ganz gut.

Anspieltipps:

  • The fragrance
  • Along the way
  • Behind his eyes
  • Funeral of tears
  • An embracing space – Part I
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