Jona - Teilen Was Du Weisst - Cover
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Jona Teilen Was Du Weisst


  • Label: Paul!/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 37 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Verwechslungsgefahr nicht ausgeschlossen: Junger Bursche mit Gitarre schickt sich an, den deutschen Singer/Songwriter-Thron in Angriff zu nehmen. Ist das nicht…? Nein, Jona ist nicht der zweite „Junge Mit Der Gitarre“! Zum Glück, muss man dem 20jährigen Jona Steinbach aus Köln attestieren, denn sein Hamburger Kollege Tobias Schacht, alias DJMDG, wird von weiten Teilen der Musikpresse behandelt wie der letzte Depp und seine Alben ohne Not in Grund und Boden rezensiert. Da Jonas Musik vergleichbar mit dem Oeuvre von DJMDG ist, kann sich diese negative Dynamik schon mal verselbständigen. Also Leute, macht Euch locker und gebt dem Nachwuchs eine Chance.

Ganz so neu in der Branche ist Jona Steinbach nicht, denn schon vor rund 1½ Jahren kam sein viel beachtetes Debütalbum „Sich Freuen Bei 150“ auf den Markt. Jetzt legt das Talent mit dem Werk „Teilen Was Du Weisst“ nach. Eingespielt zwischen April und Mai 2004 im Hamburger Sternestudio und von Pascal Fuhlbrügge und „Die Sterne“-Sänger Frank Spilker produziert, präsentiert Jona auf seiner zweiten CD zehn Songs im klanglichen Fahrwasser der neuen Hamburger Songwriterszene um das „Grand Hotel Van Cleef“-Label (Tomte, Kettcar, Olli Schulz & Der Hund Marie). Es darf also genauso gerockt, wie in balladesken Stücken geschwelgt werden.

Doch leider will der Funke auch nach mehreren Durchläufen nicht recht überspringen. Dazu fehlt den meisten Songs einfach etwas Überraschendes, der letzte Kick, der ganz besondere Moment. Etwa wie bei der ersten Singleauskopplung „Auf dem Balkon“, die mit eruptiven Gitarrengewittern im frühen Tocotronic-Stil zu begeistern weiß. Zu oft holt Jona aus einer passablen Grundidee zu wenig heraus. So kommt es vor, dass im Ansatz tolle Kompositionen, wie der puristische Akustik-Opener „Durch damit“ oder der elektrifizierte Gitarren-Groover „Zurück aus dem Krieg“, mit zunehmender Spieldauer vor sich hin plätschern, ohne dass etwas passiert. Dadurch wirken inhaltlich interessante und technisch brillant umgesetzte Songs wie Jonas Ode an die Heimat, „Konzert in Ehrenfeld“, auf Dauer zu lethargisch.

Zu den herausragenden Songs auf „Teilen Was Du Weisst“ zählen, neben „Auf dem Balkon“, die epische Erzählung „Am Puls“, das atmosphärische „Die Guten suchen“ und die optimistische Indie-Rockhymne „Was immer du meinst“. Hier blitzt das große Talent Jonas ein ums andere Mal auf. Doch wie gesagt, geht es auf dem Album auch nicht ganz ohne Durchhänger zu („HH/K“, „Konzert in Ehrenfeld“, …). Bei lediglich 37 Minuten Spielzeit, verteilt auf zehn Songs, fällt das naturgemäß etwas stärker ins Gewicht, sodass die Bewertung trotz einiger sehr starker Titel nicht über 6/10 Punkte hinauskommt. Hier wäre auf jeden Fall mehr drin gewesen. Denn dass Jonas sein Handwerk versteht, zeigen mindestens fünf bis sechs Songs auf „Teilen Was Du Weisst“.

Anspieltipps:

  • Am Puls
  • Auf dem Balkon
  • Die Guten suchen
  • Was immer du meinst
  • Morgen, wenn sie dich wegbringen
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