Walking Concert - Run To Be Born - Cover
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Walking Concert Run To Be Born


  • Label: Devil Duck/SOULFOOD
  • Laufzeit: 32 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die New Yorker Independent-Ikone Walter Schreifels hat mal wieder die Band gewechselt und nach Gorilla Biscuits (1988 – 1989), Quicksand (1990 – 1995, 1997) und Rival Schools (2000 – 2002) zusammen mit Ryan Stratton (Bass) und Jeffrey Johnson (Gitarre) Projekt Nummer vier am Start. Dieses heißt Walking Concert und brachte sein Debütalbum „Run To Be Born“ in den USA bereits vor über einem Jahr heraus. Für eine Deutschlandveröffentlichung wurde es nun von DevilDuck Records lizensiert.

Mit jeder neuen Band wechselte Schreifels seinen musikalischen Stil, wanderte von Hardcore zu Alternative Rock, bis hin zu Emo. Mit Walking Concert ist er nun beim LoFi-Pop angelangt – weit weniger heavy als früher, mitunter etwas schräg, dafür auf den Punkt gespielt und frei von Schnickschnack. Typisch Indie eben und ganz sicher keine Verwechslung, die man als Schreifels-Kenner bei den ersten Takten von „What’s your new thing?“ befürchten könnte.

Tatsächlich wird auf „Run To Be Born“ nur selten eine laute, verzerrte Stromgitarre ausgepackt. „Mustang Ford“ und „Studio space“ sind z.B. solche tighte 2-Minuten-Rocker, die dem Hörer ein debiles Grinsen aufs Gesicht zaubern. Die meiste Zeit wird aber mit schönen Schrammelliedern verbracht, die an die wunderbaren Pavement gemahnen („Hands up!“, „Aluminium“, „Girls in the field“). Dennoch braucht es seine Zeit, bis sich der Hörer in das 32 Minuten kurze Werk reingehört hat. Aber wer die genialen Melodielinien eines Walter Schreifels in der Vergangenheit mochte, kommt auch hier auf seine Kosten.

„Run To Be Born“ geht schnurstracks zurück in die 90er Jahre, als Grunge bereits beerdigt und Nu-Rock noch nicht erfunden war. Es siedelt sich in einer Zeit an, als Weezer mit ihrem „blauen Album“ und „Pinkterton“ gerade durchstarteten und Pavement ein göttliches Album-Trio hinlegten („Crooked Rain, Crooked Rain“, „Wowee Zowee!“, „Brighten The Corners“). Ohne aufgeblasene Produktion und Marketing Masterplan. Einfach nur Indie-Rock. Schön!

Anspieltipps:

  • The animals
  • Mustang Ford
  • A lot to expect
  • What’s your new thing?
  • What does your heart say?
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