Sex In Dallas - Around The War - Cover
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Sex In Dallas Around The War


  • Label: Kitty Yo/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

S.I.D: Um den Krieg herum verdient es jeder gef***t zu werden! Berlin: Die Hauptstadt Deutschlands, die Hauptstadt der Plattenindustrie, die Hauptstadt der Musik – da geht was! Das dachten sich auch Adrienne Walter, Jean Marc Soulat und Mohini Gesiweiller, packten ihre sieben Sachen und zogen von Frankreich nach Berlin um als Trio „Sex in Dallas“ ordentlich zu rocken.

2003 in Paris gegründet, mit dem Ziel etwas anderes zu machen als Daft Punk, Air, Pheonix oder French House, ersetzen Sex in Dallas bei ihrer Musik den 4 Spur Recorder durch einen Laptop, die Gitarre durch einen Sampler und anstatt den ganzen Tag im Bett zu liegen, waren sie 24 Stunden auf den Beinen um in sämtlichen Bars, Cafes oder Clubs in Berlin Input für ihre Stücke zu bekommen. Das Resultat kann man nun seit Mitte Juli auf ihrem Debütalbum „Around The War“ bewundern, welches auch den Club-Smasher „Everybody Deserves To Be Fucked“ enthält, der schon als 12“ erschienen ist, von Größen der elektronischen Musik wie The Hacker, French Fragz, Tomcat in Tokyo, Stewart Walker, The Architect, Sammy Dee oder den Whignomy Brothers geremixt wurde und von Elektro-Heros wie Miss Kittin, John Peel oder Laurent Garnier rauf und runter gespielt wurde.

Das Album selbst besticht durch eine unerwartete Düsternis, allerdings nicht resignierend, vielmehr umarmend wie ein Nick Drake Song. Adrienne, Jean Marc und Mohini verarbeiten dabei die Stile mit denen sie groß geworden sind wie Punk, House, Hip Hop oder Detroit Techno zu einem groovigen, elektronischen und tanzbaren Album, das aber auch in jedem Wohnzimmer laufen kann. Lasziv verstörte Lyrics, angereichert mit Detroit Kühlschrank-Feeling und einer guten Portion punkiger Respektlosigkeit, das sind die Hauptbestandteile des Albums. Politische Statements sind auf „Around The War“ nicht zu finden, dafür aber humorvoll inszenierte Beobachtungen aus dem Nachtleben: besoffenes Gegröle, die Einsamkeit des frühmorgendlichen Heimwegs, selbstmitleidige Monologe und jene Form von Clubgespräch. Ruhigere Stücke wechseln sich dabei mit schnelleren, tanzbaren Tracks ab – Höhepunkt der Platte bleibt aber „Everybody Deserves To Be Fucked“, da kommt nichts dran vorbei.

„Around The War“ ist für alle Fans der elektronischen Musik sicherlich ein empfehlenswertes Album, wenn nicht gar ein Pflichtkauf. Für alle anderen sei gesagt: Sex in Dallas ist nicht immer prickelnd, das heimische Bett tut es auch.

Anspieltipps:

  • Georgio
  • Lost In La Playa
  • Everybody Deserves To Be Fucked
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