G. Love - The Hustle - Cover
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G. Love The Hustle


  • Label: Brushfire/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Es gibt Künstler, die verliert man im Laufe der Jahre aus den Augen, obwohl sie mehr oder weniger regelmäßig neue Platten veröffentlichen. Das ist mitunter ziemlich schade, aber auch kein Wunder, angesichts einer allwöchentlichen Veröffentlichungsflut, der im Prinzip kein Mensch hinterherkommen kann. Doch zum Glück gibt es da draußen noch ein paar Idealisten, die sich von der selbstzerstörerischen Veröffentlichungspolitik der Major-Labels nicht ins Boxhorn jagen lassen.

Der Singer/Songwriter Jack Johnson ist zum Beispiel so ein Idealist. Er hat sich nämlich getraut, ein eigenes Plattenlabel zu gründen. Brushfire Records heißt dieses kleine, aber feine Zuhause für ambitionierte Musiker, das sich in schweren Zeiten, wenn es um CD-Verkäufe geht, eine Nische im Haifischbecken namens Plattenindustrie suchen möchte.

Eine der ersten Verpflichtungen für Brushfire Records ist Jack Johnsons Kumpel Garrett Dutton, besser bekannt als Vorsteher von G. Love & Special Sauce aus Philadelphia. Das Trio tauchte 1994 mit seinem selbstbetitelten Debütalbum bei Major Sony Music in der Musiklandschaft auf. Mit ihrer nur schwer zu kategorisierenden Musik überzeugten Garrett „G. Love“ Dutton (Vocals, Gitarre, Mundharmonika), Jimi „Jazz“ Prescott (Bass) und Jeffrey „Houseman“ Clemens (Drums, Vocals) Fans und Kritiker. Die Herren vermengen in ihren Songs Blues, Funk, HipHop, Rock und Pop zu einer spannenden Melange, die sich bisher auf fünf Alben wiederfand. Mit dem schwächeren „The Electric Mile“ aus dem Jahr 2001 verabschiedeten sich G. Love & Special Sauce von Sony Music und kamen bei Brushfire Records unter. Das neue Label brachte Album Nummer 6, „The Hustle“, im August 2004 in den USA auf den Markt. Ein halbes Jahr später kommt es auch bei uns offiziell in die Läden.

Meister Dutton hat zwar inzwischen das „Special Sauce“ aus den Namen gestrichen, seine Jungs sind aber immer noch mit im Boot. Dazu gesellen sich Jack Johnson, Money Mark und Ben-Harper-Mitstreiter Jason Yates, um G. Love mit „The Hustle“ zurück auf die Erfolgsspur zu bringen. Und so scheppert, poltert und groovt es bereits beim vorzüglichen Opener „Astronaut“, bei dem G. Love die Textzeile „Mama I’m an astronaut now“ so nuschelt, dass der Hörer auch ein „Mama I’m an asshole now“ heraushören könnte. Das nennt man Steigerung des Coolnessfaktors mit einfachsten Mitteln. „Booty call“ begeistert mit einem verschleppten Groove, amtlich klimpernden Honky-Tonk-Piano und einem G. Love, der die Harfe bläst wie kein Zweiter. Ein feuriges R&B-Gebräu, das dem Hörer sofort ins Gebein fährt und jegliches Stillsitzen unmöglich macht.

„Front porch lounger“ erinnert vom Songaufbau an die letzten Soloprojekte von „Chili Pepper“ John Frusciante, während der „Fishing song“ als reinrassiger Funk durchgeht, der auf elektronisch verstärkte Instrumente verzichtet. „Loving me“ ist eine zauberhafte Akustikballade mit perlenden Bassläufen, zartem Gitarreneinsatz und zurückhaltenden Drums, die mit dem Besen geschlagen werden und „Sunshine“ ein Blues wie er im Buche steht. Das ergibt unterm Strich eine äußerst harmonische Mischung, die „The Hustle“ zu einem sehr schönen Album macht, das einfach gute Laune verbreitet und G. Love und seine Jungs eindrucksvoll in der Szene zurückmeldet.

Anspieltipps:

  • Love
  • Booty call
  • Astronaut
  • Loving me
  • Back of the bus
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