Gene Simmons - Asshole - Cover
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Gene Simmons Asshole


  • Label: Sanctuary/BMG
  • Laufzeit: 45 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

“Maybe, I´m an asshole, too”. Eine passende Selbsteinschätzung gelingt ihm da recht treffend auf „Asshole“. Der Fiesling von Einst, das Großmaul vergangener Tage, der Lebemann, Protzer und Mister Glitter des Rock `n´ Roll – Gene Simmons.

Als Gründungsmitglied der Band Kiss lebt er den Rock `n´ Roll seit mehr als 30 Jahren. Unzählige Hits und Goldene Schallplatten stapeln sich in seinem Zuhause, Ruhm und Ehre kreisen um seinen Leib – Gene Simmons graste mit Kiss jahrelang den Markt ab, sorgt noch heute für gute Partystimmung und lässt es immer mal wieder mit seinen geschminkten, auf Plateausohlen wankenden Kollegen ordentlich krachen. Dass es aber auch anders geht, versucht Gene Simmons mit seinem zweiten Solowerk nach 1978 („Gene Simmons“) nun der Fachwelt zu beweisen. „Asshole steht für 30 Jahre Erfahrung im Musikbusiness. Facettenreichtum und Genre sprengende Aufnahmen, bilden ein Werk mit Ecken und Kanten und kleinen Überraschungsmomenten.

Eine Mischung aus Rock und Blues, Rap, Pop, Psychedelia, Prog und Ballanden. „My Taste Is Eclectic And All Over The Place“ – diesen Satz lassen wir erst einmal sacken und widmen uns im Einzelnen der Platte. Harte Töne sucht man auf „Asshole“ vergebens. Hier ein Kinderchor („Now That You´re Gone“), da ein paar Streicher und romantisch, balladeske Klänge („1.000 Dreams“), etwas Groove („Dog“), Funkiges („Whatever Turns You On“) und immer mal wieder leicht verwirrende Klangkonstruktionen. Bunt gemischte Stilelemente, die etwas den Halt verlieren. Überraschungsmomente lassen, Gott sei es gedankt, nicht auf sich warten. „Carnival Of Souls“ und „Sweet & Dirty Love“ transportieren den Hype vergangener Kiss-Klassiker – beide Songs packten zwar nicht den Sprung ins Kiss-Archiv, landen nun aber auf Simmons Album.

Illustre Gäste kommen ebenfalls zur Geltung, bzw. werden wiederbelebt und steuern Songs bei. So „Waiting For The Morning Light“, entstanden während einer Session mit Bob Dylan zeigt Gene auf unbekanntem Terrain. In Gedenken an Frank Zappa, kreierte Gene Simmons „Black Tongue“ – ein bis dato unveröffentlichtes Gitarrenriff Zappas, wird geschickt im Song verpackt. Ebenfalls integriert, spielend und singend, der Rest der Zappa-Family - Dweezil, Ahmet, Moon und Gail. Ferner zählen zu den Gästen: Dave Navarro, Ex-Kiss-Kollegen Bruce Kulick und Erick Singer, sowie Bag und Gene´s Lebensgefährtin Shannon Tweed und Kids. Eine couragierte Auslegung. Wir sind im 21. Jahrhundert angekommen. Gene Simmons erprobt neue Gesetzmäßigkeiten. „Asshole“ – ein netter Versuch, leider den Nagel leicht krumm gehauen.

Anspieltipps:

  • Carnival Of Souls
  • Sweet & Dirty Love
  • Weapons Of Mass Destruction
  • Waiting For The Morning Light
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