3 Feet Smaller - 3rd Strike - Cover
Große Ansicht

3 Feet Smaller 3rd Strike


  • Label: Pate Records/EDEL
  • Laufzeit: 52 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Während der Rest der Welt noch auf der Suche nach dem Sommerhit 2004 ist, habe ich den meinen schon gefunden: Er heißt „Let it out“ und erblickte in Wien das Licht der Welt. Genauer gesagt, im Proberaum von 3 Feet Smaller. Das Punk-Trio aus Österreichs Hauptstadt setzt nun zum „3rd Strike“ an und schickte erwähnte Nummer als erste Single ins Rennen. Der bekannte britische Kochlöffelschwinger Jamie Oliver würde beim Lauschen von „Let it out“ wohl sagen: „Alle Zutaten vorhanden: Gesalzene Riffs, mit viel Pfeffer im Hintern, lassen wir das ganze noch vier Minuten im CD-Player brutzeln und fertig ist der garnierte Ohrwurm!“

Was „3rd Strike“ noch interessant macht: Punk á la 3 Feet Smaller heißt nicht, in die Seiten zu dreschen, bis die Verstärker vor die Hunde gehen: Mit Songs wie „Alone in the dark“ oder „Fade away“ wagen sich die Wiener vielmehr auch gewitzt in Midtempo-Bereiche vor, mit „Angelfalls“ darf sogar ein waschechter Akustik-Song nicht fehlen.

Aber auch all jene, die jetzt bereits ein Punkalbum für Teletubbie-Zurückwinker befürchten, seien gleich mal beruhigt: Die drei Herrschaften wissen ausreichend um die Einsatzmöglichkeiten einer E-Gitarre und beweisen dies bei schnittigen Dreiminütern wie „Dance with me“ und „Punk?“ schweißtreibend. Auch das „Vienna Chainsaw Masacre“ lässt erahnen, dass sich die Gehörgänge da auf eine rockige Extraschicht einstellen können.

Doch es ist, wie es ist: Punkrock ist eben nicht Jedermanns Sache, über 16 Tracks zeigt „3rd Strike“ seine Längen, und auch textlich reißen 3 Feet Smaller keine Lyrik-Bäume aus. Dazu kommt, dass die Entertainmentqualitäten, für die das Trio während ihrer Live-Shows bekannt ist, eben auf einem Studioalbum nicht ganz durchsickern. Natürlich, das gibt Abzüge in der B-Note. Natürlich werden Musikfans, die dem Genre schon bisher nicht zugeneigt waren, auch durch dieses Album nicht zum Glaubensbekenntnis der drei Akkorde konvertieren. Aber ist das nicht bei jedem Musik-Genre so? Eben. Deshalb, Freunde von Combos á la Midtown, Scorefor oder American Hifi: Kratzt schon mal so schnell wie möglich eurer Kleingeld in der Geldbörse zusammen...

Last but not least kann ich mir den obligaten Vergleich mit den Donots nicht verkneifen. Wenngleich die Jungs aus dem Münsterland, zuletzt durch recht maue Veröffentlichungen aktiv, wohl nicht gern lesen werden, dass sie von ihren Kollegen aus dem südlichen Nachbarland bereits überrundet wurden. Doch Schere schneidet bekannterweise Papier – und Punkrock mit Charme schlägt in diesem Fall mal eben musikalischen Stillstand.

Anspieltipps:

  • Strike back
  • Let it out
  • Fade away
  • Angelstar
Neue Kritiken im Genre „Punkrock“
Diskutiere über „3 Feet Smaller“
comments powered by Disqus