Diverse - Schwabing Affairs - Cover
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Diverse Schwabing Affairs


  • Label: Diggler/SONY
  • Laufzeit: 45 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Delikate Tunes aus dem „Swinging Munich“ der 60er Jahre. Ein Stadtteil Münchens rückte ab Mitte der 60er Jahre in den Blickwinkel des Interesses: Schwabing als Lebensmittelpunkt und als Drehort für Filme, in denen Hippies, Gammler, Beatniks und (Lebens)-Künstler die Hauptrollen spielen sollten. Zwischen Siegestor und Münchener Freiheit lebte man anders als im Rest der Stadt oder gar der Republik. Hippies bevölkerten den englischen Garten, in den Szenekneipen der Leopoldstraße trafen sich die Künstler, Musiker und Schauspieler. München nahm in Europa einen Rang ein, wie ihn sonst nur noch London oder Amsterdam innehatten. Filmemacher aus ganz Deutschland zogen nach München und hielten mit ihren jungen Stoffen und frischen Ideen fest, wie aufregend und entspannt zugleich das Leben in Schwabing war.

Neben „Zur Sache Schätzchen“ entstanden Filmklassiker wie „Jet Generator“, „Hoppe, Hoppe Reiter – Engelchen macht weiter“, „Der Griller“, „Liebe und so weiter“, „Der Kerl liebt mich und das soll ich glauben“ von Regisseuren wie May Spills, Roger Fritz und George Moorse. Uschi Glas wird zum Schätzchen der Nation; Werner Enke, Gila von Weitershausen und Rolf Zacher sind die Gesichter des „Swinging Munich“ auf der Leinwand.

Auch die Filmmusik brauchte Veränderung: Junge Komponisten wurden aus dem Ausland geholt und lieferten authentische Scores. David Llywelyn, Gründungsmitglied von „Supertramp“, entwarf mit den späteren Stars psychedelische Sounds in der Band „The Joint“. Die vorliegenden Aufnahmen galten bislang als verschollen. Johnny Harris, der heute in Hollywood Mainstreamfilme vertont, begann seine Laufbahn in München mit swingendem Groove-Jazz für eine Komödie mit Uschi Glas und Harald Leipnitz. Eine deutsche Band, die gekonnt Stilrichtungen wie Beat und Pop verband, war „Improved Sound Ltd.“, entdeckt von Regisseur Michael Verhoeven. Und etablierte Komponisten wie Martin Böttcher und Peter Thomas, dessen Space-Funk einen Hippiemord in der Kommissar-Folge „Der Papierblumenmörder“ untermalte, waren nicht weniger wandlungsfähig.

Nach dem großen Erfolg der Compilation „St. Pauli Affairs“, die das breite Spektrum des Kiez-Beats aufzeigte, folgt nun die musikalische Betrachtung dieses weiteren deutschen Kinophänomens. Nahezu alle Titel sind bisher unveröffentlicht oder erscheinen zum ersten Mal auf CD. Ein Muss für alle Fans!

Anspieltipps:

  • Hoppe, Hoppe Reiter - Improved Sound Ltd.
  • Land Of 1000 Dances - David Llywelyn
  • Majorie - Johnny Harris
  • Reach Out - David Llywelyn
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