Stray Cats - Live From Europe: Berlin 12.07.04 - Cover
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Stray Cats Live From Europe: Berlin 12.07.04


  • Label: Surfdog Records/SONY
  • Laufzeit: 66 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Pearl Jam haben es bis zum Exzess vorgemacht, Metallica und Incubus bieten den Service inzwischen auch an und jetzt legen die legendären Stray Cats nach. Ganz klar: Offizielle Live-Bootlegs sind der Trend der Stunde und ganz nebenbei eine der besten Einnahmequellen für Musiker. Für die Fans sind die Bootlegs einmalige Sammlerobjekte, für die es sich lohnt, in die Tasche zu greifen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Alben in exklusiver Miniauflage über die Künstler-Website vertrieben werden oder ganz normal im Laden um die Ecke erhältlich sind. Was zählt, ist die Freude am Sammeln und an der Musik.

Seit einigen Wochen sind die reformierten Rockabilly-Heroes Lee Rocker (Bass), Slim Jim Phantom (Drums) und Brian Setzer (Vocals, Gitarre), besser bekannt als „Stray Cats“, auf großer Tournee in ganz Europa unterwegs. Als Dankeschön werden sämtliche Konzerte aufgezeichnet und nur wenig später als CD veröffentlicht. Zeit für eine großartige Nachbearbeitung bleibt da kaum. Und deshalb klingen die Konzertmitschnitte so authentisch wie nur möglich, nämlich „as raw as it gets... straight from the stage!“. Stellvertretend für die Deutschland-Konzerte der Stray Cats sei hier der Mitschnitt vom 12. Juli 2004 aus Berlin besprochen.

Die Karriere der Stray Cats beginnt im New York der ausgehenden 70er-Jahre, als Mastermind Brian Setzer sein wild rockendes Trio auf die Menschheit loslässt. Ein paar Jahre später ist die Band an der Spitze eines Rockabilly-Revivals und feiert weltweite Charterfolge. Alben Alben wie „Built For Speed” (1982) und „Rant N' Rave With The Stray Cats” (1983) stehen stellvertretend für einen neuen Rock-’n-Roll-Boom. Doch schon bald ist der Traum ausgeträumt. Mitte der 80er-Jahre lösen sich die Stray Cats auf, finden etwas später noch einmal zueinander, machen aber kurz vor Ausbruch der Grunge-Welle endgültig Schluss. Setzer macht derweil mit einem 16-Mann-Orchester weiter und widmet sich dem musikalischen Repertoire der 40er- und 50er-Jahre.

Jetzt melden sich die Stray Cats auf den Bühnen der Welt zurück und beweisen, dass man auch ohne aktuelles Album touren kann, wenn die Fangemeinde groß genug ist. Am Abend des 12. Juli 2004 gastierte das Trio in der deutschen Hauptstadt und rockte die Halle. Davon zeugen 17 Songs auf „Live From Europe: Berlin, 12.07.2004“, die tatsächlich nichts von der rauen Energie eines Live-Konzerts vermissen lassen. So begeistert bereits der furiose Opener „Something’s wrong with my radio“ mit der Erkenntnis, dass mit dem heutigen Radioprogramm eigentlich alles in Ordnung wäre, würden die Verantwortlichen mehr Songs dieses Formats spielen. Setzer und Co. zeigen dagegen, wie es auch anders geht und präsentieren einen ausgewogenen Querschnitt ihres Schaffens. Geführt von Lee Rockers groovendem Kontrabass, zelebrieren die Stray Cats die ganze Palette ihres Könnens – vom herrlich lässigen Saitenquäler-Blues („Drink that bottle down“), über sentimentale Blues-Balladen („I won’t stand in your way“) bis hin zu rastlosen Uptempo-Nummern („Blast off“, „Rock this town“).

Laut Surfdog Records sind insgesant 17 Live-CDs der Europatournee geplant. Vermutlich werden aber nicht alle Gigs auf CD gepresst, da es bei der einen oder anderen Show technische Probleme gab (München, Brixton). Darüber hinaus soll die Serie limitiert und nur für kurze Zeit im Handel erhältlich sein. Da heißt es für jeden Fan Beeilung, denn diese Souvenirs sollte man sich nicht entgehen lassen.

Anspieltipps:

  • Stray Cat strut
  • Fishnet stockings
  • 18 miles to Memphis
  • Drink that bottle down
  • Something’s wrong with my radio
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