Jamiroquai - Dynamite - Cover
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Jamiroquai Dynamite


  • Label: Epic/SonyBMG
  • Laufzeit: 55 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wie es sich für ein brillantes Album gehört, macht die Band diesmal nur mit ihrer Musik Schlagzeilen und nicht mit schnellen Autos, hohem Benzinverbrauch und Prügeleien mit Paparazzi.

Die Liste der lang erwarteten Alben wird immer kürzer und läutet mit dem neuen Album von Jamiroquai schon fast das Ende für 2005 ein. Vier Jahre hat sich die Band um Sänger Jason Kay Zeit gelassen, um den Nachfolger der „Funk Odyssey“ fertig zu stellen. Und wie es sich für eine Band wie Jamiroquai gehört, enttäuscht auch dieses Album nicht.

Ihren sehr eigenen Mix aus Funk, Disco, HipHop und 70s Soul entwickelt die Band für das sechste Album „Dynamite“ weiter – treu der Devise von Kay, sich niemals zu wiederholen. Bereits die Single „Feels just like it should“ fühlt sich so an, wie es sich anfühlen muss, wenn es um Jamiroquai geht: Keyboarder Toby Smith liefert mit Gitarrist Rob Harris eine Effektparade der einzigartigen Art – natürlich viel zu überladen, da wirken „Canned heat“ und „Deeper underground“ wie dezente Popstücke. Aber das macht nichts, diese Band am Rande des Acid Jazz darf das und setzt Tempowechsel mit Jazzeinlage neben Synthesizer à la „Deeper underground“ („Love blind“), um danach auf „Talulah“ mit Bläsern und Streichern einen wahnsinnigen Stilbruch zu wagen und dabei noch so zu tun, als wäre gar nichts gewesen.

Wie es sich für ein brillantes Album gehört, macht die Band diesmal nur mit ihrer Musik Schlagzeilen und nicht mit schnellen Autos, hohem Benzinverbrauch und Prügeleien mit Paparazzi. Der Sänger mit dem Faible für außergewöhnliche Kopfbedeckungen singt sich in seiner unnachahmbaren Art durch Songs wie „Dynamite“ und „Black devil car“ und schafft es dabei, sich weder zu zitieren noch zu wiederholen. Nur in „Starchild“ hat man mal kurzzeitig das Gefühl, ein „Little L“ würde um die Ecke schauen. Ansonsten bringt das Album so viel Abwechslung, dass man gar nicht alles nennen kann.

Jamiroquai haben ihr Album pünktlich zu den ersten Sonnenstrahlen des Sommers herausgebracht. „Seven days in june“ ist der Soundtrack für die Baggersee-Saison 2005. Das Stück, das gemütlich mit Akustik-Gitarre und Klavier beginnt, eignet sich ideal für das Sonnenbaden im Freien. Nur die Sounds der Synthesizer in „Don’t give hate a chance“ könnten den einen oder andern Nachbarn verärgern. Wenn das Album dann mit „Time won’t wait“ und einer Human Beatbox als Hidden Track ausklingt, lässt es einen verwirrten und überreizten Hörer zurück. So viele Stilmixe, so viele Effekte, so viel Chöre, so viel Sound, soviel Rhythmus und das alles klingt auch noch authentisch nach Jamiroquai, dass man fast schon neidisch wird und es beinahe unfair findet, wie gut die Scheibe gelungen ist.

Anspieltipps:

  • Talulah
  • Time Won’t Wait
  • Seven Days In June
  • Feels Just Like It Should
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