Delta Goodrem - Mistaken Identity - Cover
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Delta Goodrem Mistaken Identity


  • Label: Epic/SONY
  • Laufzeit: 52 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit ihrem zweiten Album legt die 20-jährige Sängerin und Schauspielerin ein facettenreiches und reifes Ergebnis eines ereignisreichen Jahres vor.

Das Debütalbum „Innocent Eyes” der jungen Australierin Delta Goodrem war ein erfreulicher Start für eine im Mainstream angesiedelte Popkünstlerin. Zwar war das Werk qualitativ etwas durchwachsen – mit echten Perlen wie „Born to try“ und „Lost without you“, aber auch ein paar kleinen Ausfällen, die interessanterweise fast ausschließlich zu Lasten der True North Production Gruppe um Ex-„Take That“-Star Gary Barlow gingen – konnte aber unterm Strich mit einer sympathischen Künstlerin und nicht alltäglichen Songs überzeugen.

Wer nun das Booklet der neuen CD „Mistaken Identity“ aufmerksam studiert, wird feststellen, dass die Herren von True North Production nur noch einen Song beisteuerten. Beim Vorgänger „Innocent Eyes” waren es noch deren sechs. In die Lücke ist kein anderer als der ehemalige Hit-Lieferant von Robbie Williams gesprungen: Guy Chambers. Damit ist das Signal eindeutig. Die zwei Millionen verkauften Einheiten des Debütalbums sollen übertroffen werden! Weitere Songwriter, mit denen Delta an den 14 neuen Songs arbeitete, sind Billy Mann, Cathy Dennis, Matthew Gerard und Deltas guter Freund Vince Pizzinga

Mit ihrem zweiten Album legt die 20-jährige Sängerin und Schauspielerin das facettenreiche und wesentlich reifere Ergebnis eines ereignisreichen Jahres vor, in dem bei ihr mit „Morbus Hodgkin’s“ eine Form von Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert wurde, sodass sich nicht nur ihre Musik verändert hat, sondern das ganze Leben und die ganze Welt um sie herum. Die kindlichen Fantasiewelten von „Innocent Eyes” wurden abgelöst von einer neuen, oft unangenehmen Realität, die zur entscheidenden textlichen Inspirationsquelle wurde. Dadurch wirkt das Album sehr melancholisch („Out of the blue“), streckenweise richtig düster („Last night on earth“) und nur selten unbeschwert und fröhlich wie im Song „A little too late“. Die Texte sollen aber auch Mut geben und zur Zuversicht appellieren, was besonders mit dem wunderschönen „Be strong“ gelingt. In diesen Augenblicken tritt die ernste Grundstimmung etwas zurück und gibt dem schönen Klavierspiel der Australierin mehr Raum.

„Mistaken Identity“ bestätigt nachhaltig die Qualität des Vorgängers, benötigt aber eindeutig mehr Zeit zur Entfaltung. Gibt man der Platte diese Zeit, entpuppen sich nach und nach ein paar herausragende Songs, die mitunter an die große Piano-Dame mit den roten Haaren erinnern („The analyst“, „Mistaken identity“). Für eine Zwanzigjährige klingt das Album erstaunlich erwachsen und tiefgründig. Kein Wunder nach so einem Jahr.

Anspieltipps:

  • Fragile
  • Be strong
  • Out of the blue
  • A little too late
  • Last night on earth
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