Destiny´s Child - Destiny Fulfilled - Cover
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Destiny´s Child Destiny Fulfilled


  • Label: Columbia/SONY
  • Laufzeit: 52 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Destiny's Child ist die erfolgreichste Girlgroup der Welt. Die Mädels verkauften in ihrer Karriere weltweit mehr als vierzig Millionen Platten - zählt man die Soloalben von Beyoncé, Kelly und Michelle dazu, kommt man auf sogar fünfzig Millionen Tonträger. Klar, dass die Plattenfirma nach der dreijährigen Band-Pause wollte, dass das neue Album „Destiny Fulfilled” noch während des Weihnachtsgeschäfts erscheint. So verschönt man die arg gebeutelten Bilanzen und verbaut der Konkurrenz die oberen Chartränge.

„Destiny Fulfilled” ist der erste Longplayer seit dem Nummer-Eins-Album „Survivor” (2001), das sich mehr als zehn Millionen Mal verkaufte, und dem Weihnachtsalbum „8 Days Of Christmas” aus dem selben Jahr. Wie die bisherigen Alben „Destiny’s Child“ (1997), „The Writing’s On The Wall“ (1999) und „Survivor“ (2001), erhielt auch „Destiny Fulfilled” Schützenhilfe der zurzeit angesagtesten Produzenten. Völlig anders, als in der Rockmusik, wo zu viele Produzenten-Köche den Soundbrei verderben, geben sich in der Black Music Herrschaaren von Produzenten die Klinke in die Hand. Unter der Oberaufsicht von Beyoncés Vater Mathew Knowles, beteiligten sich diesmal u.a. Rodney „Darkchild” Jerkins, Rich Harrison, Andre Harris & Vidal Davis, 9th Wonder, Bryan Michael Cox, Kendrick Dean, Rockwilder, Mario Winans und Erron Williams am Gelingen des Albums.

Nachdem Destiny's Child die Arbeiten an „Survivor“ und „8 Days Of Christmas” beendet hatten, nahmen Beyoncé, Kelly und Michelle eine Auszeit, um getrennt voneinander eigene musikalische Wege zu gehen. Die 1997 von Beyonce Knowles und Kelly Rowland gegründete Band wurde vorübergehend auf Eis gelegt. Als erste veröffentlichte Michelle Williams im April 2002 ihr Solo-Debütalbum „Heart To Yours“, das bis auf Position 57 der Billboard Charts kam. Im Januar 2004 kam ihr zweites Album „Do You Know“ auf den Markt. Kelly Rowland debütierte im Oktober 2002 mit „Simply Deep”, das auf Platz eins der UK Charts schoss. Beyoncé forcierte dagegen zunächst ihre Schauspielkarriere mit einer Hauptrolle in dem MTV-Film „Carmen: A Hip Hopera“ (2001), um nur ein Jahr später als „Foxxy Cleopatra“ in „Austin Powers In Goldmember“ auf der großen Leinwand zu erscheinen. Danach spielte sie mit Cuba Gooding Jr. in „The Fighting Temptations“ (2003). Ihr jüngstes Filmprojekt ist das Prequel zu „The Pink Panther“, in dem sie neben Steve Martin (als „Inspector Clouseau“) die Rolle der „Xania“ übernahm. Im Sommer 2003 erschien dann das Multi-Platin-Debütalbum „Dangerously In Love“, das überall auf der Welt die Spitze der Charts erreichte und Beyoncé fünf Grammys einbrachte. Damit zog sie mit Lauryn Hill (1999), Alicia Keys (2001) und Norah Jones (2002) gleich, die jeweils den Rekord als Künstlerin mit den meisten Grammys in einem Jahr aufgestellt hatten.

Mit ihrem fünften Album melden sich Destiny's Child pünktlich vor Weihnachten zurück, um dem Hörer eine „turbulente Reise durch alle emotionalen Szenarien der Liebe, vom betörenden Rausch des verliebt sein, über den Trennungsschmerz, den folgenden Reifeprozess bis hin zur Akzeptanz des Verlustes“ zu kredenzen. Bei allen Stücken übernahm Beyoncé den Part des Produzenten oder Co-Produzenten, wobei diesmal alle Songs von den drei Bandmitgliedern zumindest mitgeschrieben wurden. Aber was können uns die drei Hübschen im Detail bieten, nachdem der Vorgänger „Survivor“ eine richtungsweisende Beat-Produktion und mörderische Hooklines an den Tag legte?

Da wären zum einen die erste Singleauskopplung „Lose my breath“ und „Soldier“, die zwar sehr funky tönen und mit ultra-fetten Beats daherkommen, aber darüber hinaus nichts zu bieten haben und unterm Strich wie aufgepumpte Remixe klingen. Wer danach auf Besserung hofft, wird leider nur bedingt befriedigt. Die überwiegend im Midtempobereich angesiedelten Stücke wirken schwerfällig und nur selten so überzeugend wie der Song „T-Shirt“, einem sexy Slow-Groover, der einem die Schamesröte ins Gesicht treibt. Ansonsten bietet das Trio eine Mischung aus modernen Beats und Old-School-Soul-Vibes, die auf Dauer einfach nur langweilen und den Hörer mit watteweichen Klanglandschaften einlullen. Das macht schon nach gut einer halben Stunde keinen Spaß mehr und wird auch später nicht besser. Und wenn Beyoncé Knowles, wie dieser Tage geschehen, vom letzten Destiny’s-Child-Album für lange Zeit spricht, dann ist einem in Anbetracht der schwachen Leistung auf „Destiny Fulfilled” gar nicht mal bange. Ihre Mission hat diese Band eh schon erfüllt. Und das nächste Soloalbum von Beyoncé ist bestimmt wieder ein Kracher. Also Kopf hoch!

Anspieltipps:

  • Girl
  • Soldier
  • T-Shirt
  • Bad habit
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