Evanescence - Anywhere But Home: Live - Cover
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Evanescence Anywhere But Home: Live


  • Label: Epic/SONY
  • Laufzeit: 62 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Nichts ist unmöglich. Alles geht. Regte sich der Rezensent an anderer Stelle noch darüber auf, dass die Plattenfirmen bereits nach drei, vier Studioalben „Best Of“- und „Greatest Hits“-CDs auf den Markt schmeißen, kommen Evanescence bereits nach einem Album mit einer prall gefüllten Live CD/DVD daher. „Anywhere But Home“, so der Name, ist der Mitschnitt eines Auftritts im Pariser „Zenith“, der mit insgesamt 13 Live-Songs und einer neuen Komposition („Missing“) für gut eine Stunde Kurzweil sorgt.

Etwas überraschend war es, als das Quartett aus Little Rock/Arkansas mit seinem Debütalbum „Fallen“ weltweit die Charts aufrollte. Zwar definieren sich Evanescence als Rockband, bringen aber das Kunststück fertig, im Mainstream angesiedelte Musik mit den im allgemeinen als etwas anstrengend empfundenen Gothic Sounds („... episch, dramatisch, geheimnisvoll...“) zu verbinden. Vielleicht liegt es aber auch nur an der hübschen Sängerin Amy Lee, die den Drahtseiltakt zwischen Pop, Rock und Gothic ohne das ganz schlimme, operettenhafte Hochtongeträller hinbekommt. Auf jeden Fall hat sich das im April 2003 erschienene Album „Fallen“ weltweit über 12 Millionen mal verkauft, sodass man als Plattenfirma durchaus geneigt sein dürfte, 18 Monate später mit einem neuen Tonträger nachzulegen. Denn wer weiß, wie lange das Evanescence-Eisen noch heiß ist...

Nachdem Ausstieg von Bandgründer Ben Moody trat die Band in der Besetzung Terry Balsamo (Gitarre), Amy Lee (Vocals), John LeCompt (Gitarre), Rocky Gray (Drums) und Will Boyd (Bass) zu ihrer großen Welttournee an, die mit dem vorliegenden Konzert in Paris auf DVD und CD festgehalten wurde. Fairerweise werden Bild- und Tonträger als Set verkauft. Das schont den Geldbeutel und riecht nicht nach Ausverkauf. Die DVD wurde übrigens von Hamish Hamilton (U2, Peter Gabriel) in Szene gesetzt und enthält neben dem kompletten Konzert die vier bisherigen Evanescence-Videoclips zu „Bring me to life“, „Going under“, „My immortal“ und „Everybodys' fool“. Dazu gibt es ein ca. sechzigminütiges „Behind The Scenes“-Feature und einige weitere Überraschungen, wie z.B. die Korn-Coverversion „Thoughtless“. Unter den Live-Stücken befinden sich mit „Farther away“ und „Breathe no more“ übrigens noch zwei Tracks, die nicht auf „Fallen“ zu finden sind.

Inzwischen steht fest: Evanescence sind nicht die Eintagsfliegen, die einige sehr gerne in ihnen gesehen hätten. Zudem war ihr Debüt nicht so übel, wenn auch kein an Substanz überquellendes Meisterwerk. Geben wir der Band einfach ein bisschen Zeit sich zu entwickeln und lauschen solange dem Live-Album „Anywhere But Home“, das sich vornehmlich an die Käufer von „Fallen“ richtet. Denn etwas Neues gibt es hier nicht zu entdecken.

Anspieltipps:

  • Haunted
  • Going under
  • My immortal
  • Bring me to life
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