Stewart Copeland - Orchestralli - Cover
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Stewart Copeland Orchestralli


  • Label: Ponderosa/Q-rious Music
  • Laufzeit: 47 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Er wurde geboren am 16. Juli 1952 im ägyptischen Alexandria als Sohn eines waschechten CIA-Agenten. Viele Jahre verbrachte er im Nahen Osten, dann zog es ihn ans College nach Kalifornien. 1975 verlegte er seinen Wohnsitz in eine der angesagtesten Städte Europas, nach London, denn von dort kam zu jener Zeit fast alles, was in Sachen Musik von Bedeutung war. Sein Weg führte ihn schnell zur Progressiv-Rock Band Curved Air – dort agierte er als Drummer. Nach deren Auflösung gründete er eine eigene Rockband, die ab 1979 gleich mit ihrer ersten Single „Roxanne“, für Aufsehen sorgte. Na, wie heißt der Junge? Ganz einfach, wenn man es weiß: Stewart Copeland, der Drummer einer der bekanntesten 3 Mann Rockformationen aus Großbritannien - The Police (mit Sting am Bass und Andy Summers an der Gitarre).

Schon während seiner Zeit bei Police (unter dem Pseudonym Klark Kent), aber besonders nach der Bandauflösung, war Stewart Copeland als Produzent in Sachen Filmkompositionen und Ballettarrangements engagiert. Viele Soundtracks stammen aus seiner Feder. „Rumble Fish“, „The Equalizer“, „Wall Street“ oder „Talk Radio“, um nur einige zu nennen. Alles Filme berühmter Regisseure, wie Oliver Stone, Ken Loach oder John Hughes. Zwischendurch fand Copeland immer mal wieder Zeit, mit illustren Kollegen Musik zu machen, bzw. sie auf ihren Konzerten zu begleiten. Mike Rutherford, Peter Gabriel, die Simple Minds, Roger Daltrey, Tom Waits und viele andere mehr konnten seinem Schlagzeugspiel nicht widerstehen.

Stewart Copeland gilt in Fachkreisen als absoluter Ausnahmedrummer. Sein Spiel ist hochenergetisch, hat den unverwechselbaren Pulsschlag. Schwindelerregend seine Läufe, filigran sein gesamtes Handwerk. 2002 wurde Stewart Copeland dafür besonders belohnt und von Ray Manzarek als Aushilfsdrummer für die Reinkarnation der legendären Doors ausgewählt. Ein absolutes Highlight. Es gäbe noch so vieles über ihn zu berichten, doch das würde den Rahmen sprengen. Wichtig sind seine aktuellen Produktionen, mit denen sich Stewart Copeland zur Zeit beschäftigt.

Eines dieser Projekte nennt sich „Orchestralli“. 2002 begab sich Stewart Copeland auf Kurztournee durch Italien, um gemeinsam mit dem britischen Percussions-Quartett Bash und einem großen Orchester eine Auswahl seiner Filmkompositionen zu präsentieren. Was dabei herausgekommen ist, kann man nicht nur auf „Orchestralli“ hören, sonder auch auf einer beigefügten DVD sehen. Absolute Spitzenware!!! Ein tolles, aufregendes Erlebnis nicht nur etwas für Freunde orchestraler Musik. Spannungsgeladene Sequenzen, mitreißende Parts – etwas ganz besonderes in Sachen experimenteller, moderner aber auch kunstvoller Musik. Kurze Ausschnitte: „Birds Of Pray“ und „Baboon Tribe” – zwei Sequenzen aus der Ballettproduktion „Pray”, „Our Mother Is Alive“ – ein Stück des Soundtracks zu Francis Ford Coppola´s „Rumblefish“ oder „Equalizer“ – der Soundtrack zur gleichnamigen TV Serie aus dem Jahre 1985.

Mit Sicherheit ist „Orchestralli“ nichts für junge, dynamische „Superstars“-Fanatiker. Dem Hörer und Seher wird hier doch schon eine gewaltige Portion mehr Verständnis für die Musik abverlangt. Eher sind die Aufnahmen etwas für Jazzer, Klassiker aber auch Cineasten. Der ein oder andere Pop- oder Rockfan darf (bzw. sollte) allerdings auch mal reinhören oder – sehen. Es lohnt sich allemal. Garantiert! Mit „Orchestralli“ beweist Stewart Copeland Mut zur Lücke. Das Werk ist ein faszinierendes Stück Musik, furios dargeboten und spektakulär inszeniert, von einem der besten Schlagzeuger der letzten 25 Jahre.

Anspieltipps:

  • Eve
  • Birds Of Pray
  • Our Mother Is Alive
  • Stalin´s Sultry Serenade
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