Fu Manchu - Start The Machine - Cover
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Fu Manchu Start The Machine


  • Label: DRT Entertainment/SONY
  • Laufzeit: 36 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Waren Fu-Manchu-Alben in der Vergangenheit noch relativ eindimensionale Angelegenheiten, die schnell Langeweile verbreiteten, kann „Start The Machine“ als eindeutiger Fortschritt bezeichnet werden.

Fu Manchu machen Musik für Männer. Es geht um Frauen, Autos und fette Riffs. Kein Klischee, so scheint es, wird ausgelassen. Hauptsache es rockt bis der Arzt kommt. Stoner-Rock nennt sich das Ganze und ist in Europa interessanterweise angesagter als in den USA. Doch auch vor vermeintlichen Spaßkapellen macht der Ernst des Lebens keine Halt. Denn nach dem letzten Studioalbum „California Crossing“ (2002) verloren Fu Manchu nicht nur Drummer Brant Björk, auch ihren Plattendeal waren sie auf einmal los. Trotzdem ging die Band mit Ersatzmann Scott Reeder auf eine achtmonatige Tournee, auf der sich völlig ungezwungen neues Songmaterial ausprobieren lies.

Neue Songs entstanden ohne Zeitdruck und Einfluss eines Labels, was für Fu Manchu eine völlig neue Situation war. Nach 14 Jahren im Musikbusiness musste man sich mit Demo Tapes wieder bei Plattenfirmen bewerben. Doch schon bald biss das Label DRT Entertainment an und schickte die Band ins Studio. Unter der Aufsicht von Brian Joseph Dobbs (Metallica, Mötley Crüe), der bereits das Fu Manchu Live-Album „Go For It... Live“ (2003) abmischte, arbeitete die Band die Essenz aus 25 Demos heraus, die in Form von 12 neuen Tracks und dem neunten Studioalbum „Start The Machine“ im September 2004 in den USA veröffentlicht wurden. Ein knappes Dreivierteljahr später kommt das Album nun auch bei uns auf den Markt.

Schon zu Beginn des Albums spürt man, dass die vergangenen Jahre nicht spurlos an Scott Hill (Vocals, Gitarre), Bob Balch (Gitarre), Brad Davis (Bass) und Scott Reeder (Drums) vorüber gegangen sind. Zwar stand bei den Aufnahmen wie immer der Spaß an der Freude an oberste Stelle, doch die ungewissen Zukunftsaussichten haben spürbar mehr Druck in das Songwriting eingebracht, wodurch die neuen Songs deutlich heavier und aggressiver ausgefallen sind. Das bedeutet aber nicht, dass Fu Manchu ihr Markenzeichen aus harten Fuzz-Gitarren und eingängigen Refrains vernachlässigt haben. Das neue Material stellt vielmehr eine Weiterentwicklung dar, die neue Einflüsse aus Hardcore („I can’t hear you“), Punk („Hey“), Metal („It’s all the same“, „Open your eyes“), Psychedelica („Out to sea“) und bleibschweren Doom-Rockern aus dem erweiterten Black-Sabbath-Dunstkreis („Understand“, „Make them believe“) zulässt.

Waren Fu-Manchu-Alben in der Vergangenheit noch relativ eindimensionale Angelegenheiten, die schnell Langeweile verbreiteten und nicht gerade durch Vielseitigkeit glänzten, kann „Start The Machine“ als eindeutiger Fortschritt bezeichnet werden. Innerhalb ihres eingeschränkten Stoner-Rock-Kosmos holen Fu Manchu das Beste heraus und präsentieren ein Album, das zu den besten des Quartetts gezählt werden darf. Allerdings kommt den Kaliforniern dabei die extrem kurze Spielzeit sehr zugute.

Anspieltipps:

  • Out to sea
  • Understand
  • Written in stone
  • I’m gettin’ away
  • Today’s too soon
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