The Music - Welcome To The North - Cover
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The Music Welcome To The North


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Quartett, ein Album. Viel Hype. Geteilte Meinungen. Stress mit Bands, mit Nicht-Fans. Dicke „?“ über Kritikerköpfe. „The Music“ legten viel von dem auf, was anders machte. Ihr gleichnamiges Debüt war mehr als nur laut. War es auch, aber auch jenes Meisterwerk, von dem bisweilen die Rede war? Was wir davon halten? Wir sind schlauer. Abwarten. Die Arbeit The Music überlassen. Schließlich zeichneten sie sich für den Schlamassel verantwortlich. Devise: Gucken was da noch kommt. „Welcome To The North“. Und wir alle, selbst wenn wir im voraus zweifelten, haben es ja schon immer gewusst - nichts, aber auch nicht mehr, als die selbe Power, den langen Atem, jenes anrüchige „?“.

Wenn The Music eines können, dann polarisieren sie. Das hat Herr Baumgardt einst, und auch so schön erkannt, das an dieser Stelle der Verweis auf den Erstling folgt. Man will ja nach vorn‘ schauen - dem Titelstück folgen. Laufstil? Hektischer, punktueller. Man kann den ehemaligen Oasis-Nachfolgern (englische Kritiker irren sich diesbezüglich gern) viel vorhalten, aber kaum eine andere Band versteht es wie sie, über ihrem verschwenderischen „Dancefloor“ kleine, in sich geschlossene Klangwelten zu Ordnen. Das muss auch dass Problem für viele sein. Gleiches könnte für Robert Harvey (Sänger, Gitarrist) gelten. Es steht ihm, gehörig auf dem Putz zu hauen - solang er seine Grenzen kennt. Die gibt es faktisch nicht. „Freedom Fighters“ tritt nur hinterher - für „Bleed From Within“ gilt gleiches - „Into The Night“ darf einige Schmachtminuten streuen. Luftholen wäre mal angesagt - in den Trackpausen unmöglich.

„One Way In, No Way Out“. Es ist der vorletzte Song im Bunde, allerdings der erste, an dem es nichts zu mäkeln geben wird. Viel zu spät, und derart zugänglich (hat da wer erträglich gerufen?), wurde es leider nie. Von jenem „Cessation“, so flott es auch sein mag, oder dem eines vorhergegangenem „Bleed,…“ im delikaten Samba/Rock Fetisch, fehlt The Musics Nachfolger eindeutig die Tugend, auch mal Fünfe gerade sein zu lassen.

Die Vorgängerepen, ein schrilles „Human“, seinem sympathischsten, weil süffig/schrägen „Turn Out The Lights“, wie auch die Erinnerung nach dem halbwahnsinnigen „Getaway“, ignoriert dass Zweitwerk rigoros. Kopfhör‘ feindlich; ja - Tanzbein freundlich; ganz bestimmt. Ob Lautsprecher dem eher standhalten, als der Flut an aufstampfenden Füßen sei dahin gestellt - ein Lauschangriff funktioniert völlig anders. Und irgendwie vermisst man den auch nicht. Ohne Dezibel und Schweißperlen, scheint bei den Jungs nichts zu gehen. Unschlüssige Trennkost, zwischen feixenden Fettklößen und natürlichen Mineralien.

Anspieltipps:

  • Freedom Fighters
  • One Way In, No Way Out
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