The Donnas - Gold Medal - Cover
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The Donnas Gold Medal


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 34 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Schon gemerkt? Rockmusik ist wieder schwer im Kommen! Selbst die Produzenten des laufenden Meters Jeanette Biedermann peppen die Songs der angeblich so keuschen Chartstürmerin mit satten Stromgitarren auf, um als vermeintliche Trendsetter über den Zielstrich gewunken zu werden. Zwar ist bei Biedermann und Co. jedes einzelne Riff bei der Konkurrenz geklaut (andere meinen, auch die Melodien schon mal gehört zu haben...), aber mit dem Sound ist der ehemalige GZSZ-Star absolut auf der Höhe des Geschehens. Mal schauen, ob Sarah Connor, die Diva aus Delmenhorst, auf ihrem nächsten Album auch souliges Gewimmer gegen bratzige E-Gitarren tauscht. Obwohl, lieber nicht...

Aus der Abteilung „Frauen und Rockmusik“ kommt auch die kalifornische Band The Donnas - eine Art Nachläufer der so genannten „Rrrriot Girl”-Bewegung (Bezeichnung für einen krampfhaft zusammengeschusterter Masterplan, um weibliche Rockgruppen wie L7 und Hole oder Soloacts wie Liz Phair besser vermarkten zu können). Bei The Donnas handelt es sich um vier Schulfreundinnen aus dem Örtchen Palo Alto, die sich Anfang der Neunziger als Kinderzimmerband zusammenschlossen. 1995 gaben sich die vier Mädels den Bandnamen The Donnas und entsprechende Pseudonyme. Seitdem kennt man die jungen Damen als Torry „Donna C.” Castellano: (Drums), Allison „Donna R.” Robertson (Gitarre), Brett „Donna A.” Anderson (Vocals) und Maya „Donna F.” Ford: (Bass).

1997 gehen die The Donnas mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum an den Start. Es folgen weitere drei Alben für das Punklabel Lookout Records („American Teenage Rock & Roll Machine“, 1998, „Get Skintight“, 1999, „Turn 21“, 2001), ehe die Girls vom Branchenriesen Atlantic Records gesignt werden. Mit und „Spend The Night“ (2002) entwickeln sich The Donnas langsam aber sicher von der rumpelnden Punkrockkapelle zur mainstreamtauglichen Rock ’N’ Roll Band. Aus den, ähem, pickeligen Teenagern sind mittlerweile äußerst ansehnliche College Girls geworden, die mit ihrem sechsten Album „Gold Medal“ im Fahrwasser von AC/DC, Kiss und den Ramones den internationalen Durchbruch anstreben.

In knackigen 34 Minuten hauen uns die Gören elf neue Songs um die Ohren, die sich frech im Riff-Baukasten der Rockgeschichte bedienen und gnadenlos auf gute Laune machen. Dabei werden u.a. Van Halen, AC/DC und so manche „The“-Band musikalisch verhaftet. Das Ergebnis hört sich sehr bodenständig an und rockt ganz anständig, wenn auch wirklich große Songwriting-Momente fehlen. Böse kann man den Donnas aus diesem Grunde nicht sein. Selbst dann nicht, wenn sie ganz eigenartig nach den frühen Bon Jovi klingen („Fall behind me“), halbakustische Stücke wie „The gold medal“ oder poppige Groover der Marke „Out of my hands“ abliefern.

Richtig stark sind die Donnas eben immer dann, wenn sie die Rock-Keule rausholen und den Herren der Schöpfung zeigen, wo Bartel den Most holt („Revolver“). Leider passiert dies nicht in der Häufigkeit und der Schärfe vergangener Tage. Das mag vielleicht ein Zugeständnis an den Plattenvertrag mit Atlantic Records sein. Trotzdem bietet auch „Gold Medal“ wieder feine Unterhaltung, auch wenn es nicht zur Gold-Auszeichnung langt. Doch wie sagen die Donnas so schön: „Don’t you care what all the people say!“.

Anspieltipps:

  • Revolver
  • It’s so hard
  • I don’t want to know
  • It takes one to know one
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