LeAnn Rimes - This Woman - Cover
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LeAnn Rimes This Woman


  • Label: Curb Records/WEA
  • Laufzeit: 45 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Bis auf ein paar Fans scheinen nur wenige Bewohner des „alten Kontinentes“ die junge Frau aus Nashville mit Namen zu kennen. Versucht man aber eine mehr oder weniger klägliche Version von „Can´t fight the moonlight“, dem Titelsong zu dem Film „Coyote Ugly“, nachzuträllern, kann man den meisten auf die Sprünge helfen. Damit hat sie zumindest etwas mit Robbie Williams gemeinsam. Auf der jeweils anderen Seite des Atlantiks kennt man zwar den einen oder anderen Song, aber an den dazugehörigen Namen können sich die wenigsten erinnern. Wie ihr britischer Kollege in Amerika, hat LeAnn es nie geschafft, trotz 10 Millionen verkaufter Alben in den USA, in Europa richtig Fuß zu fassen. Die Gründe dafür liegen sicherlich im Musikstil. Die erst 22-Jährige macht nun mal Country Music. Zwar finden sich gelegentlich moderne Pop-Elemente in ihren Liedern wieder, aber der Einfluss von Westernmusik ist unüberhörbar und stößt hierzulande, trotz eines werbeträchtigen „Wetten dass...?“-Auftrittes, eher auf taube Ohren.

LeAnn Rimes Karriere begann im Alter von 7 Jahren, als sie die Rolle des „Tiny Tim“ in Charles Dickens „Christmas Caroll“ bekam. Ihr Vater produzierte 1993 in Eigenregie den ersten Longplayer bei einem kleinen Indie-Label. Dass eine Elfjährige dabei von Herzschmerz und Weltenkummer sang, störte die wenigsten der amerikanischen Zuhörer. Bereits ein paar Jahre später stieg sie zum Superstar im Land der unbegrenzten Möglichkeiten auf . Seitdem hat sie so ziemlich alles erreicht: Duette mit Musikgrößen wie Elton John, Ronan Keating oder Kenny G, Rollen in TV Soaps und einen Gastauftritt im Kinofilm „Coyote Ugly“, zu dem sie den Titelsong gleich mitlieferte. Nicht zu vergessen, dass viele ihrer Hits von Diane Warren geschrieben wurden, die bereits Chartstürmer für Faith Hill und Celine Dion komponierte.

Nach eigenen Angaben hat sie mit „This Woman“ ihr bestes Album aufgenommen. Aber welcher Künstler behauptet dies nicht von seinen Alben? Dennoch erwartet den Hörer eine CD randvoll mit bestem Country-Pop. So gibt es im Opener „I want to with you“ ein paar schöne Hawaii-Gitarren zu hören, während sich in „Something's gotta give” eine Fiddel dazugesellt. Dieser typische Westernsound begleitet den Zuhörer das ganze Album hindurch. Aus dem Rahmen fällt dagegen der Song „Won´t be lonely long“. Er klingt ansatzweise, als hätte Altmeister Keith Richards von den Rolling Stones persönlich die Klampfe in die Hand genommen. Der Titel „Nothin' 'bout love makes sense” hat leider einen so peinlichen Refrain in übelster 70er Jahre Schlagermusik-Manier, dass der Hörer förmlich genötigt wird, die Skiptaste zu drücken. Zudem entdeckt man in „I got bad“ die eine oder andere Ähnlichkeit zur modernen, auch in Europa produzierten Musik. Es scheint, als wurde hier krampfhaft versucht, einen massentauglichen Rocktitel auf den Silberling zu quetschen. Dabei drängen sich unweigerlich Bilder von Jeanette Biedermann und ihren schrecklichen Musikvideos auf.

Ganz so schlimm ist es aber dann doch nicht. Wer gern Grashalme kaut und auch die restlichen Alben von LeAnn Rimes sein Eigen nennt, wird bestimmt hellauf begeistert sein. Denn mit „This Woman“ hat LeAnn einen Longplayer veröffentlicht, der im Gegensatz zu den vorangegangenen Alben nicht für den europäischen Markt gedacht ist. Selbst wenn der berühmte „Marlboro Mann“ auch in unseren Kinos den blauen Dunst predigt, so gehören hierzulande Squaredance, lange Ritte in den Sonnenuntergang und der Traum von grenzenloser Freiheit einfach nicht zur Kultur. Das wird auch für Frau Rimes und ihre Produzenten eine unüberwindbare Hürde bleiben, mit der sie allerdings leben kann. Howdee Cowgirl!

Anspieltipps:

  • I Want to With You
  • Won´t Be Lonely Long
  • Probably Wouldn't Be This Way
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